Wichmannshausen siegt mit 1:0 in Großalmerode - Schillings Treffer spät anerkannt

Aufregung um Geistertor

Körperkontakt: Am FC-Verteidiger versucht Henrik Schilling vom TSV Wichmannshausen (rechts) vorbeizukommen. Foto: eki

Großalmerode. War es nun ein Treffer oder nicht? Nach dem erst spät vom Unparteiischen Christoph Rübe anerkannten Geistertor am Samstag im Schwarzenbergstadion in Großalmerode erregten sich noch lange die Gemüter. Eine Entscheidung mit Folgen: Sie bedeutete den 1:0 (0:0)-Sieg des TSV Wichmannshausen beim FC Großalmerode.

Passiert war vorher in diesem Gruppenliga-Kreisduell noch nicht allzu viel, als Gästestürmer Henrik Schilling zehn Minuten nach der Pause nach tollem Spielzug und Torschuss jubelnd zur Mittellinie abdrehte. Für die Gäste war die 1:0-Führung klare Sache, nicht aber für den Unparteiischen aus Kassel mit Blickrichtung in die tief stehende Sonne. Erst entschied er auf Abstoß, dann nach Wichmannshäuser Protesten und nach Rücksprache sowohl mit seinem Linienrichter als auch mit Trainern und Betreuern beider Mannschaften doch auf Tor.

Gegenproteste der Tonstädter blieben erfolglos. Tor und 1:0 für den TSV. Basta! „Der Ball war ganz klar drin, sonst hätte ich mich bestimmt nicht so gefreut“, sagte Wichmannshausens erfolgreicher Goalgetter später. Ein Loch im Tornetz wurde gefunden und geflickt, auch Anhänger der Platzherren räumten den doch wohl regulären Treffer des Gegners ein.

Dreimal Aluminium

Während sich Großalmerodes Vorsitzender Jürgen Baumann noch lange über diese Entscheidung erboste, trauerte Peter Schinköth nach Spielschluss mehr den vielen vertanen Chancen hinterher. „Wir hätten dieses Spiel schon viel früher entscheiden können, dann wäre es gar nicht zu der großen Aufregung und der noch spannenden Schlussphase gekommen“, befand Wichmannshausens Coach.

Zweimal rettete FC-Keeper Tim Behnke gegen Rüppel und Schilling mit Glanzparaden in der Anfangsphase, dann hatte er bei einem mächtigen Lattenknaller Schillings richtig Dusel (37.). Und nochmals stand das Aluminium einem Wichmannshäuser Erfolg später im Weg, als ein Freistoß von Baumann nur an den Pfosten klatschte (73.).

Von Großalmeroder Offensivaktionen war bis zu diesem Zeitpunkt kaum etwas zu sehen. Aufopferungsvoll bemühten sich die Gastgeber lediglich darum, Unheil vorm eigenen Kasten fernzuhalten. „Nach den vielen Gegentoren in den zurückliegenden Begegnungen wollten wir zunächst einmal wieder Struktur in die Aktionen bringen, keine Tore kassieren und dann mit Kontern für Gefahr sorgen“, erklärte der für den verhinderten Trainer eingesprungene FC-Vorsitzende.

Und diese Rechnung ging nach den fahrlässig vergebenen Möglichkeiten der Wichmannshäuser fast noch auf. Der in der Schlussphase aufgerückte Verteidiger Daniel Ludolph traf mit einem Kopfball nur die Unterkante der Querstange (86.). Auch eine Strafstoß-Forderung der Platzherren erfüllt der Unparteiische nicht.

FC Großalmerode: Behnke - C. Alt, Brethauer (64. K. Ludolph), T. Alt, D. Ludolph - Mrksa, M. Spangenberg, S. Nickel, J. Alt (75. Träbing), A. Ludolph - Mura (88. Spannaus).

TSV Wichmannshausen: Reimuth - Ruelberg, Schindewolf, Benz, Asbrand - Hossbach, Stunz (88. Rockenkamm), Werner, Baumann - Rüppel (46. Toro Moreno), Schilling (90.+3 Hanna).

Tor: 0:1 Schilling (55.). - SR: Rübe (Kassel). - Z: 60.

Von Eckehard Meyer

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