Interview mit Torhüter Zoran Zeljko vom FC Bosporus, der mit 46 Jahren seine Karriere beendet

„In einem Team mit Kloppo“

Zoran Zeljko, wie man ihn kennt: Mit 46 Jahren beendete der Torhüter des FC Bosporus nun seine Karriere. Das Foto stammt aus dem Jahr 2007 im Trikot der TSG Wattenbach. Foto: Meyer/nh

Kassel. Der FC Bosporus ist in den Aufstiegsspielen zur Fußball-Verbandsliga gescheitert. Bei der 1:3-Niederlage in Neuhof absolvierte Torhüter Zoran Zeljko seinen letzten Punktspieleinsatz der Karriere. Wir sprachen mit dem 46-Jährigen.

Was wäre bei einem Aufstieg passiert?

Zoran Zeljko: An meinem Entschluss hätte sich auch bei einem Aufstieg nichts geändert, denn die Abmachung, für Bosporus zu spielen, galt mangels eines Torhüters ursprünglich ohnehin nur bis zur Winterpause. Es ist schade für die Jungs, dass wir es zum Abschluss nicht geschafft haben.

Was bewegt einen 46-Jährigen dazu, noch mal die Fußballstiefel für einen Gruppenligisten zu schnüren?

Zeljko: Bei Bosporus gibt es viele nette Menschen. Da ich ein Fußball-Verrückter bin, war es für die Verantwortlichen des Vereins nicht schwer, mich davon zu überzeugen, für den Verein auf Punktejagd zu gehen. Rückblickend kann ich nur feststellen, dass es eine gute Entscheidung war, denn was wir in der Zeit nach der Winterpause geleistet haben, war schon aller Ehren wert. Leider war es uns nicht vergönnt, die Zeit mit dem Aufstieg zu krönen. Letztlich sind wir an starken Gegnern gescheitert.

Wie wird der Alltag eines Fußball-Rentners aussehen?

Zeljko: Ich bin für eine Firma für Medizintechnik im Außendienst tätig, da bleibt nicht viel Zeit. Mein Familienleben bestimmte immer der Fußball, dennoch wird man mich auch weiterhin auf den Sportplätzen der Region sehen. Der Sport wird weiterhin eine große Rolle spielen, in diesem Fall der Fitnesssport. Erst mal geht es jetzt für ein paar Tage zum Regenerieren an den Gardasee, bevor ich im Juli/August den Jahresurlaub in meiner Heimat Kroatien verbringe.

An welche Spiele erinnern Sie sich besonders gern?

Zeljko: Besondere Spiele gab es genug, egal in welcher Liga. Natürlich war es schon etwas Einzigartiges, in einem vollbesetzten Bundesliga-Stadion aufzulaufen. Aber ob nun für Duisburg in der ersten Liga oder für die TSG Wattenbach unter Trainer Lothar Alexi, jedes Spiel hatte seine Geschichte.

Welche Vereine bleiben in besonderer Erinnerung?

Zeljko: Ans Herz gewachsen ist mir natürlich mein Heimatverein KSV Hessen, wo ich zu dem gereift bin, was mich als Torhüter ausgemacht hat. Im Übrigen war dort der legendäre Franz Brungs mein Trainer, der mich schon als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft hat spielen lassen. Die Zeit bei Borussia Fulda, verbunden mit dem Aufstieg in die Regionalliga, hatte ebenfalls etwas. Rückblickend kommen da auch bekannte Namen ins Gespräch: So spielte ich während des halben Jahres in Mainz in einem Team mit Kloppo und dem jetzigen Braunschweiger Trainer Torsten Lieberknecht zusammen. Nicht vergessen will ich die kleinen Vereine, für die ich am Ball war, allen voran meinen ersten, Schwarz-Weiß Kassel, aber auch die Jugend-Stationen beim VfB Kassel und dem CSC 03.

Können Sie sich eine Rückkehr auf den Platz als Spieler vorstellen?

Zeljko: Wie schon angesprochen bin ich ein Fußball-Verrückter, deshalb ist, wenn ich fit bin, nichts auszuschließen. Ganz nach dem Motto: Sag niemals nie. Allerdings habe ich als Trainer von NK Hajduk (2013/2014 Vizemeister der Kreisoberliga, Anm. d. Red.) auch schon mal ins Geschäft reingeschnuppert, sodass, wenn ich es zeitlich schaffe, eine Trainertätigkeit nicht komplett auszuschließen ist.

Woran haben Sie sich während Ihrer Laufbahn nie gewöhnen können?

Zeljko: Wenn ich auf den Platz gegangen bin, wollte ich immer nur gewinnen. Bei jedem Spiel allerdings gibt es nicht nur Gewinner, deshalb war für mich jede Niederlage eine Katastrophe.

Von Horst Schmidt

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