Kampf auf dem Abstiegsplatz 

Erfolgreiches Comeback: Klassenerhalt für den TSV Heiligenrode

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Der Ball ist wieder sein Freund: Dennis Joedecke, hier in einem früheren Spiel gegen Wilhelmshöhe, kehrte für den TSV Heiligenrode zur Schlussphase der Saison auf den Platz zurück. 

Sechs Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Gruppenliga 2 sah Dennis Joedecke Handlungsbedarf. Seine Mannschaft, der TSV Heiligenrode kämpfte auf dem Abstiegsplatz erfolgreich um den Klassenerhalt. 

Die Entscheidung fiel aus eigenem Antrieb. „Uns drohte der Abstieg, die Zweite hatte die Chancen zum Aufstieg in die Kreisoberliga. Hätten wir es nicht geschafft, hätte sie nicht nach oben gekonnt. Das  durfte um Himmels willen nicht so passieren“, sagt Joedecke. Zudem hatte er ein gutes Gefühl im Fuß. „Ende Februar war ich noch beim Arzt. Danach waren die Schmerzen plötzlich weg.“

Trainer und Mannschaft stimmten seinem Einsatz zu, und so kehrte er zurück. Ohne vorher trainiert zu haben. „Angedacht war so etwa jeweils eine Stunde pro Spiel. Aber wegen vieler verletzungsbedingter Wechsel musste ich einige Male durchhalten.“ Eine Qual? „Es ging. Ich habe ja höherklassig Erfahrungen gesammelt und weiß, welche Wege ich mir schenken kann. Dafür mussten wohl die anderen Jungs leiden“, sagt er halb im Ernst und halb im Scherz mit Blick auf seine Nebenleute. Leicht fiel der Wiedereinstieg nicht. „Es war komisch. Ich war gehemmt und habe mich ständig gefragt, wie der Fuß wohl reagiert“, sagt der 29-Jährige, der früher für den KSV Hessen und den OSC Vellmar spielte.

Erst allmählich kam die Sicherheit zurück. Geht alles gut, bleibt Joedecke dabei. „So lange es klappt, mache ich weiter. Ein Risiko gehe ich aber nicht ein, vor allem nicht im Herbst und Winter auf Kunstrasen.“ Zumal er im eigenen Friseursalon der Familie unabkömmlich ist und nicht voll trainieren kann.

Das Mitwirken im Kampf um den Klassenerhalt bezeichnet Joedecke, der in Heiligenrode bei den Bambini begann, als Herzensangelegenheit: „Für einen anderen Klub hätte ich das nicht gemacht. Das Schöne war, dass Matthias Scheller im Tor ja auch noch mal eingestiegen ist. Zusammen konnten wir was zum Erfolg beitragen.“

Immer noch nicht ganz zu fassen ist für Joedecke das Tor zum glücklichen 2:2-Endstand im Abstiegsendspiel am letzten Spieltag, als die Heiligenröder eben diesen Punkt noch brauchten. Einen völlig harmlosen Ball hatte Philipp Weymann, Schlussmann der gegnerischen SG Wettesingen/Breuna/Oberlistingen, durch die Beine ins Tor rutschen lassen.

„Ich habe vieles erlebt, aber so etwas nicht. Das war bitter für ihn. Ich hoffe, es geht ihm wieder gut“, sagt er und ergänzt mit Blick auf diese Aktion und einen Lattentreffer der SG kurz vor Schluss: „Das Glück, das wir an diesem Tag hatten, hatten wir die ganze Saison zuvor nicht.“ Apropos Glück: Die TSV-Reserve nutzte die Steilvorlage der Ersten und stieg auf. Joedeckes Engagement lohnte sich also doppelt.

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