Krieg zerstörte Karriere als Nationalspieler

Valentin

Valentin Plavcic wurde 1972 im bosnischen Vitez geboren. Sein Hobby: Fußball. Anfang der 90er Jahre war der defensive Mittelfeldspieler auf dem Sprung in die erste Liga. Ein Vertrag war bereits unterschrieben. Doch der Bosnienkrieg machte einen Strich durch die Rechnung. Auch die Berufung in die damalige jugoslawische Olympiaauswahl war damit hinfällig.

Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen in seiner Heimat floh er nach Deutschland. 1994/1995 spielte er für die Kasseler Löwen, später in der Oberliga in Aurich. 1999 kehrte er in seine Heimat zurück und spielte wieder für seinen Heimatverein NK Vitez. In unserer Region sorgte er 2010 für Schlagzeilen. Er wurde vom KSV Baunatal, dessen zweite Mannschaft er betreute, als Nachfolger von Trainer Carsten Lakies präsentiert. Die fachliche Voraussetzung, um den Hessenligist trainieren zu können, hatte Plavcic. Wenig später musste der KSV dennoch einen Rückzieher machen: Der Bosnier mit kroatischem Pass durfte in Deutschland nicht arbeiten.

Plavcic kehrte nach Vitez zurück, übernahm dort als Trainer seinen Heimatverein, führte ihn in die 1. Liga und baut dann eine Fußball-Schule auf. Nebenbei richtete er sein Hauptaugenmerk immer stärker auf die Trainertätigkeit. Sein Motto: „Stehen bleiben bringt nichts.“ Im September 2014 legte er erfolgreich die Prüfung zur UEFA-Pro-Lizenz ab, die höchste Lizenz, die ein Trainer erhalten kann. Kurze Zeit später wurde er als Co-Trainer für die Frauennationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina berufen.

Familie

Plavcic ist verheiratet. Er lebt derzeit bei Verwandten in Niestetal. Seine Frau und seine beiden Kinder (Tochter, 19, und Sohn, 11) leben noch in Bosnien. (mrß) Foto: Rieß

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