Als Gruppenliga-Gegner in Wattenbach, wo er 20 Jahre Trainer war

Lothar Alexi: Der Lieblingslehrer kehrt zurück

Im Gespräch: Lothar Alexi mit seinem ehemaligen Spieler Marco Mason.

Wattenbach. Die rote Trainingsjacke leuchtet grell vor dem Hintergrund des grauen Oktober-Himmels. Es ist ein ungewohntes Bild am Sonntagnachmittag, weil die Farbe so gar nicht zur Person passen will.

20 Jahre lang war Lothar Alexi Trainer der TSG Wattenbach und kehrt nun erstmals zu einem Pflichtspiel in der Gruppenliga an seine alte Wirkungsstätte zurück – mit dem CSC 03.

Dass der 59-Jährige am Ende mit 2:0 beim Ex-Klub triumphiert, ist Nebensache.

„Der Weg hier hoch war schon etwas Besonderes, aber ich habe ihn gefunden. Da greifen noch die üblichen Automatismen“, sagt Alexi und lacht. Etliche Male hat er sich von seinem Haus in Landwehrhagen auf den Weg gemacht in den Söhrewald – durch Vollmarshausen und Wellerode, über die Spitzkehren im Wald zum Sportplatz. „Alles war so vertraut, nur der Gang in die Gästekabine hatte etwas Befremdliches“, erzählt Alexi, der bei seiner Ankunft unzählige Hände schüttelt.

Ungewohntes Bild: Lothar Alexi, der 20 Jahre Trainer in Wattenbach war, musste am Sonntag als Coach des CSC 03 mit der Gästekabine vorliebnehmen. Fotos:  Fischer

Je näher der Anpfiff rückt, desto mehr wird klar, wer heute der Star ist und die Zuschauer anzieht. Es hat etwas von Klassentreffen mit dem Lieblingslehrer – ohne Mühe hätte hier eine Mannschaft auflaufen können, die einst unter Lothar Alexi gespielt hat. „Ihm gebühren viele Denkmäler in Wattenbach“, sagt Ex-Spieler Stephan Kuhn. Auch Marco Mason, Zoran Zeljko, Marco Siebert, Matthias Dümer und Wieslaw Stanko sind da. „Es ist schon ein komisches Gefühl, ihn nicht als Trainer von Wattenbach zu sehen“, sagt Siebert. Und Zeljko ergänzt: „Eben ein ganz feiner und bescheidener Kerl.“

An der Seitenlinie ist Alexi der Alte. Hin und wieder gibt er gewohnt lautstarke Anweisungen, die wie einst durch den Söhrewald hallen. 17 Jahre hörte darauf auch der einstige Wattenbacher Torjäger Marco Schäffer, der beinahe ebenso viele Hände wie Alexi schütteln muss. „Ich habe eine halbe Stunde für eine Bratwurst angestanden, weil so viele Ehemalige hier sind. Wenn ich an meine Zeit hier denke, erinnere ich mich vor allem daran, dass ich in Lohfelden bei Sonnenschein zum Training losgefahren bin und in Wattenbach im Schnee ankam“, sagt der 40-Jährige, der mit der ganzen Familie da ist.

Zweimal Gelb-Rot gegen Wattenbach und zwei Tore von Pavo Susilovic spielen Lothar Alexi am Ende in die Karten. Tochter Sina ist eine der ersten Gratulantinnen. „Das zweite Tor ist sicher etwas spät gefallen, aber sonst hatten wir das Spiel ganz gut im Griff“, sagt der Papa.

Nach dem Abpfiff ist Zeit für die vielen Weggefährten. Wie etwa Franz Marquet, der donnerstags immer warm kochte. Oder Walter Krug, den ehemaligen Platzsprecher. Auch Ex-Torwarttrainer Dittmar Rutt ist da, der 13 Jahre mit Alexi zusammenarbeitete. Sie alle wollen noch das eine oder andere Bier mit ihrem guten Freund trinken, der heute wie zu alten Wattenbacher Zeiten nicht mehr fahren muss. „Das macht meine Frau“, verrät Alexi und bekommt von seiner Brigitte noch einen Kuss mit den Worten: „Glückwunsch Schatz.“ Sie wird ihn heute auch in der ungewohnten roten Trainingsjacke mit nach Hause nehmen. Garantiert.

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