Vor Ort

SV Türkgücü traf wieder auf den SV Weidenhausen II – Faires Spiel beider Teams

Auf ein faires Spiel: Weidenhausens Kapitän Florian Grede (links, Nr. 5) und Türkgücüs Yunus Emre Ulas kurz vorm Anpfiff mit den Unparteiischen Luisa Kanwischer (von links), Sven Werner und Hendrik Ernst (verdeckt). Alle Fotos: Schachtschneider

Kassel. Am Ende gab es doch einen Verletzten: den Wassereimer. Nachdem sich der SV Weidenhausen II in der Gruppe 2 der Gruppenliga am Sonntagnachmittag mit 3:2 (1:2) gegen den SV Türkgücü durchgesetzt hatte, wurde es einem der Gastgeber zu viel, und es folgte der Tritt gegen den bereitgestellten Wassereimer. Ein Besuch bei einem Fußballspiel, das unter besonderem Vorzeichen stand. Vor dem Spiel

„Mir geht es heute ums Sportliche. Wir wollen das Image des Vereins aufpolieren“, sagt Türkgücüs Trainer Hüseyin Üstün. Der 47-Jährige war bei den unrühmlichen Ereignissen im Frühjahr 2016 in Weidenhausen (siehe Hintergrund) nicht dabei. Üstün übernahm vor dieser Saison erst den SVT.

Weil heute Weidenhausen II wieder zu Gast ist im Nordstadtstadion, wollen die Hausherren vor allem eines: die Rückkehr zur Normalität. „Wir haben die Konsequenzen gezogen. Das hat uns nach vorn gebracht“, versucht sich Oktay Karakaya mit einer Zwischenbilanz der vergangenen 18 Monate. Der 44-Jährige spricht von einem „großen Fehler“ aber auch davon, dass die Angelegenheit jetzt mal zu den Akten gelegt werden könnte. Ganz genau so sieht das auch Weidenhausens Trainer Alexander Henke, der damals als Co-Trainer Zeuge des Streits zwischen den beiden Mannschaften war: „Wir wurden hier sehr freundschaftlich empfangen. Jetzt zählt die Gegenwart.“ Während der Partie

Eray Agzikara (18.) und Emre Bicer (44.) sorgen für die 2:1-Führung. Obwohl zwischendurch Weidenhausens Jannek Friedrich (22.) ausgleicht, ist die Dominanz der Gastgeber offensichtlich. Deutlich über 100 Zuschauer sehen eine faire erste Halbzeit, und Schiedsrichter Sven Werner kommt bestens gelaunt aus der Kabine: „Die wissen sich zu benehmen. So kann es weitergehen.“

Ganz so reibungslos läuft es dann doch nicht – drei Gelbe Karten muss der Zierenberger Unparteiische dann doch verteilen. Die Partie wird hektischer, Türkgücü lässt nach, und muss den Ausgleich (50.) und Weidenhausens Siegtreffer (90.) hinnehmen.

Bevor es dazu kommt, schauen noch mal drei Polizeibeamte nach dem Rechten. Aber auch insgesamt zehn Ordner von Türkgücü hatten alles genau im Blick. Nur zu tun gab es zum Glück nichts. Nach dem Abpfiff

Weidenhausens Kapitän Florian Grede, der selbst vor 18 Monaten mit zu den Streithähnen zählte, spricht von einer „Super-Atmosphäre“.

Dennis Kurt, der neben Yasin Bingül und Burhan Sarioglu zu den drei Türkgücü-Spielern zählt, die am 28. März 2016 dabei waren, spricht dann das aus, was wohl Gewinner UND Verlierer nach dem Abpfiff dachten: „Es ist so, wie wir es alle wollen: Fußball an einem schönen Sommertag.“

Von Martin Scholz

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