Auffälligkeiten zum Relegationsspieltag: Heiligenrode reicht nun schon Rang zwei

Die Nordstadt feiert Bosporus

Außer Rand und Band: Bosporus-Torjäger Ismet Yegül (rechts, hier verfolgt von Daniel Hess) bejubelt eines seiner Tore. Foto: Hedler

Kassel. Was für ein Fußball-Abend: Der FC Bosporus macht in Kassels Nordstadt die Nacht zum Tag, und Kreisoberligist TSV Heiligenrode steht mit einem Bein in der Gruppenliga. Auffälligkeiten eines besonderen Relegationstages:

Die Fete

Am Morgen danach geht Parham Nasseri, der Bosporus-Coach, sofort ans Telefon. Dass er mit seinem Kollegen Yusuf Barak und den gemeinsamen Schützlingen länger gefeiert hat, wird schnell klar: „Ich muss mich für meine Stimme entschuldigen.“ Für einige Minuten vergisst er aber rasch, wie sehr seine Stimmbänder gelitten haben, und erzählt...

... von der Fete auf der Holländischen Straße: „Unglaublich, was da los war. Zwischen Wiener Straße und Mombachstraße gab es Autokorso.“

... von den Feierlichkeiten auf der Terrasse des Klubheims: „Wir haben gegessen und gesungen. Und die, die zurzeit nicht fasten, haben auch ein Bierchen getrunken.“

... von der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben Geschichte geschrieben. Das gab es noch nie, dass eine türkische Mannschaft in die Verbandsliga Nord aufstieg.“

Am Samstag trifft sich das Team, um den Erfolg ein weiteres Mal auszukosten. Dann wird mit Sicherheit auch der Held vom Mittwochabend erneut im Fokus stehen.

Der Torjäger

Der 25-jährige Ismet Yegül erzielte die Treffer zum 2:0 bis 5:0. Wobei sein erster und dritter Streich absolut sehenswert waren. Beim 2:0 nutzte er eine Yantut-Vorlage zu einem Heber ins gegnerische Gehäuse, beim 4:0 traf er unhaltbar aus spitzem Winkel. Für die Fans gab es da schon kein Halten mehr, sie stürmten kurzzeitig den Platz, um mit Yegül zu feiern.

Die Partygäste

Mit Spielern und Verantwortlichen des FC Bosporus freuten sich auch einige bekannte Fußballer, die ihre Wurzeln in der Nordstadt haben. Nejmeddin Daghfous, gerade mit den Würzburger Kickers in die 2. Bundesliga aufgestiegen, jubelte ebenso mit wie Özer Hurmaci, aktueller Profi beim türkischen Erstligisten Trabzonspor. Auch Tuncay Aral, Trainer von Rengershausen, ließ es sich trotz Achillessehnenriss nicht nehmen, auf Krücken mitzufiebern: „Ich fühle mich diesem Verein immer noch verbunden.“ Er führte das Team einst in die Gruppenliga. Ob dieser Erfolg seinen Heilungsprozess beschleunigt? Aral lacht: „Eher nicht, ich bin bei den Toren hochgesprungen. Vielleicht habe ich mich wieder verletzt.“

Der Profiteur

Dadurch, dass sich Bosporus noch den Platz in der Verbandsliga sicherte, würde dem Kreisoberligisten Heiligenrode jetzt bereits der zweite Rang zum Aufstieg reichen. Nach dem 2:1-Sieg am Mittwochabend bei der SG Höringhausen/Meineringhausen hält der TSV als Spitzenreiter ohnehin alle Trümpfe in der Hand. Zwar hat das Team von Carsten Umbach am Samstag spielfrei, kann aber schon als Aufsteiger feststehen, falls Herleshausen/Nesselröden nicht bei Chattengau/Metze gewinnen sollte. „Wir wollen die Runde als Tabellenerster abschließen. Als Teammanager wäre ich aber auch nicht völlig enttäuscht, wenn es schon Samstag soweit wäre.“ Zum Abschluss erwarten die Niestetaler kommenden Mittwoch ab 19 Uhr den SV Balhorn.

Der Sieg

Nach einer kurzen Abtastphase hatte Heiligenrode in Meineringhausen das Heft fest in der Hand. Allerdings versäumte es der TSV, nach den Toren von Oliver Stöhr und Sebastian Röder nachzulegen. Manuel Schanz und Dennis Joedecke waren nah an weiteren Treffern. So wurde es nach dem Gegentor von Andre Henkelmann in der Schlussphase noch einmal spannend.

Von Björn Mahr

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.