Bosporus muss in die Relegation – Eintracht Baunatal landet auf dem dritten Platz

Meisterschaft: Schauenburg feiert Happy End

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So jubelt der Aufsteiger: Schauenburgs Spieler lassen ihren Trainer Jurek Förster hochleben.

Söhrewald/Kassel/ Baunatal. Die Konstellation versprach Höchstspannung. Vor dem letzten Spieltag in der Fußball-Gruppenliga hatten noch drei Mannschaften die Chance, Meister zu werden.

Am Ende setzte sich die SG Schauenburg durch – vor dem FC Bosporus und Eintracht Baunatal. Bis diese Reihenfolge aber tatsächlich feststand, verging ein Nachmittag voller Nervenkitzel. Der letzte Spieltag in der Art einer Konferenzschaltung.

VOR DEM SPIEL

In Wattenbach herrscht eine ausgelassene Stimmung: Ein Teil der Gäste-Fans ist aus Schauenburg mit einem offenen Doppeldecker-Bus angereist und belegt minutenlang den Bierverkauf. Die 300 Anhänger aus Schauenburg haben zudem selbst noch Getränkekisten dabei.

Im Kasseler Nordstadtstadion und rund um die Langenbergkampfbahn in Großenritte deutet dagegen nichts auf ein besonderes Ereignis hin. Normaler Fußball-Alltag.

Die Ausgangslage ist klar: Die SG Schauenburg (59 Punkte) ist Meister, wenn sie in Wattenbach gewinnt. Bosporus (58 Punkte) qualifiziert sich bei einem Sieg gegen den Tabellenletzten Großalmerode für die Relegation. Eintracht Baunatal (58 Punkte) muss gegen Grebenstein gewinnen und auf Patzer hoffen.

ERSTE HALBZEIT 

8. Minute: Schauenburg legt vor: Torjäger Jan-Philip Schmidt ersprintet eine zu kurze Rückgabe und vollendet unhaltbar für Wattenbachs Torwart Niklas Grujo. Der Anhang jubelt. Es läuft.

12. Minute: Jan-Philip Schmidt legt noch einen drauf, trifft zum 2:0. Das Bierchen der Zuschauer ist schon ein kleiner Meistertrunk.

Laufduell: Baunatals Blazej Wierzbicki (links) bedrängt Grebensteins Sebastian Trabner.

22. Minute: Tor in Baunatal. Jörn Katluhn erzielt gegen Grebenstein das 1:0. Er und seine Teamkollegen jubeln – aber nicht so, als ob sie dem einen großen Ziel sehr nahe gekommen sind. Trainer Manfred Katluhn sagt später, es habe ihn nicht interessiert, wie es auf den anderen Plätzen gestanden hätte.

Dabei sind die Baunataler aktuell auf dem Relegationsplatz. Denn: Der FC Bosporus tut sich schwer gegen den Tabellenletzten Großalmerode.

32. Minute: Kleiner Dämpfer für die SG Schauenburg. Wattenbachs Florian Ortmann verkürzt auf 1:2. Müssen die Schauenburger noch einmal zittern? Noch ein Gegentor, und Baunatal wäre in der Blitztabelle auf einmal vorn.

44. Minute: Beim FC Bosporus geschieht das, womit keiner gerechnet hat. Der FC drückt, aber das Tor schießt der abgeschlagene Tabellenletzte. Denis Mende nutzt einen Abwehrpatzer zum 1:0. Bosporus ist aktuell aus dem Rennen um die begehrten Plätze. Baunatal würde in die Relegation gehen.

HALBZEIT 

Eher beiläufig sprechen die Zuschauer in Baunatal über die Spiele der Konkurrenz. Tenor: „Es läuft gar nicht schlecht bei uns.“ In Wattenbach sind die Schauenburger gespannt, fragen, wie es steht in Baunatal und im Nordstadtstadion.

ZWEITE HALBZEIT 

55. Minute: Die Eintracht aus Baunatal erledigt ihre Hausaufgaben und geht 2:0 in Führung. Der Torschütze heißt erneut Jörn Katluhn. Beim FC Bosporus nimmt derweil die Verzweiflung zu. Es sind jetzt mehr Zuschauer als zu Beginn auf der Tribüne. Die Zwischenstände anderswo interessieren. Doch was passiert auf dem eigenen Platz? Chance um Chance verdaddeln die Spieler vom FC Bosporus. Trainer Parham Nasseri sagt später: „Wir wussten, dass Geduld wichtig werden wird.“ Sein Team gibt nicht auf. Es braucht noch zwei Tore, um die Relegation zu erreichen.

70. Minute: Die Entscheidung in der Meisterfrage: Alan Scott schießt Schauenburg in Wattenbach mit 3:1 in Führung. Die Anhänger singen: „Oh, wie ist das schön.“ Und sie skandieren: „Nie mehr Gruppenliga.“

79. Minute: Der Bann ist gebrochen beim FC Bosporus. Das 1:1. Halil Kosar. Jubel – und neue Hoffnung auf den Sieg und die Relegation.

Tor für Bosporus: Mesut Balaban bejubelt seinen Treffer zum 3:1-Endstand.

80. Minute: Grebenstein verkürzt in Baunatal auf 1:2. Aber solange Bosporus kein Tor mehr erzielt, ist Baunatal weiterhin in der Verlosung. Im Moment wäre es die Relegation.

81. Minute: Elfmeter im Nordstadtstadion. Jetzt läuft es für den FC Bosporus. „Ich wusste nach dem 0:1: Wenn wir ein Tor schießen, dann gewinnen wir auch“, sagt anschließend Yusuf Malli. Aber erst muss er noch den Elfmeter verwandeln. In der vergangenen Woche scheiterte er, aber er blieb der Elfmeterschütze. Er trifft. Jubel, Jubel.

Schlussphase: Bosporus erhöht durch ein Tor von Mesut Balaban auf 3:1. Aber den Schlusspunkt setzt der Meister: Daniel Gunkel trifft für Schauenburg zum 4:1 in den Winkel – wahrlich meisterlich. Die Zuschauer strömen nach dem Schlusspfiff auf den Platz in Wattenbach und feiern ihre Aufstiegshelden.

Beim FC Bosporus stellen sie sich auf die Relegation ein, die am Mittwoch zu Hause gegen Bad Wildungen/Friedrichstein beginnt.

Für Eintracht Baunatal bleibt nur der undankbare dritte Platz.

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