Verbandsliga-Absteiger künftig in der Fußball-Kreisoberliga

Keine wettbewerbsfähige Mannschaft - BC Sport will auf Gruppenliga verzichten

Kassel. Man könnte es ganz gelassen sehen. Denn eigentlich steht der BC Sport Kassel jetzt wieder da, wo er vor dreieinhalb Jahren stand – in der Fußball-Kreisoberliga. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Denn der Traditionsverein brach damals auf, um an vergangene glorreiche Zeiten anzuknüpfen. Nun stellte der bisherige Verbandsligist beim Verbandsspielausschuss den Antrag, der am 10. Juli verhandelt und vermutlich angenommen wird, künftig zwei Klassen tiefer anzutreten. Trotz des Abstiegs entspricht dies den Statuten, weil er zum 30. Juni noch im alten Spieljahr eingereicht wurde. Ein schmerzhafter Schritt, der für die Verantwortlichen jedoch nicht ganz unerwartet kam. Einen Nachrücker in die Gruppenliga wird es nicht geben.

„Bis zuletzt haben wir nach den vielen Abgängen versucht, eine wettbewerbsfähige Mannschaft für die Gruppenliga zusammenzustellen. Es hat nicht geklappt“, erläutert Achim Schlieckmann, der stellvertretende Spielausschussobmann des BC Sport. Doch selbst die Saison in der Kreisoberliga könnte Probleme bereiten. „Ich weiß überhaupt noch nicht, was wir dann für eine Mannschaft haben werden“, sagt Schlieckmann. Dass Trainer Wolfgang Zientek bleibt, kann er sich nicht vorstellen. Dieser selbst ebenso wenig, auch wenn er sich zur eigenen sportlichen Zukunft und dem Schritt des Vereins gestern nicht äußern mochte.

In trockenen Tüchern scheint eine weitere Personalie. Jörg Springer, der gestern nicht erreichbar war, wird aller Voraussicht nach am morgigen Freitag zum Vorsitzenden gewählt. Zurückgezogen wird die dritte Mannschaft der Sportianer, die zweite startet dann in der Kreisliga B.

Zog es nach dem Einstieg von Sponsor Gerhard Klapp zahlreiche namhafte Spieler an die Scharnhorststraße, so kehrten sie dem Klub nach dessen Abgang nach und nach den Rücken. Nicht immer fiel es Zientek leicht, eine komplette Mannschaft auf den Platz zu bringen. War die Hoffnung, an alte Erfolge anknüpfen zu können, schon längst gestorben, so kam der Abstieg am Ende fast zwangsläufig.

Bereut der Verein im Nachhinein, sich auf die Zusammenarbeit mit Klapp eingelassen zu haben? „Nein, auf dieser Schiene sehen wir es nicht. Wir sind nicht in allem schlecht mit ihm gefahren. Zum Beispiel durch den Betrieb des Clubhauses hat er uns auch Vorteile gebracht“, müht sich Achim Schlieckmann um eine differenzierte Einschätzung. Anders als der VfB Süsterfeld vor einigen Jahren nach dem Engagement von Mehmet Göker ist der BC Sport auch nicht verschuldet oder gar insolvent und geht nun die Konsolidierung an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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