Kuriose Relegation

SV Neuhof: Lieber ein 0:3 als ein 0:2 - Türkgücü hofft

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So hätten sie es gern: Türkgücüs Spieler feiern ihren Spielmacher Naci Kara (oben) nach einem Treffer. 

Der SV Türkgücü will das vermeintlich entscheidende Aufstiegsspiel zur Fußball-Verbandsliga bei der SG Ehrenberg (Samstag, 16 Uhr) unbedingt gewinnen.

Doch es scheint, als hätten beide Kontrahenten ihr Ziel schon erreicht. Wenn nämlich der SV Neuhof in die Hessenliga aufsteigt. Den Osthessen reicht kurioserweise im letzten Relegationsspiel jedes andere Ergebnis als ein 0:2.

Aber wie kommt es zu dieser seltsamen Konstellation? Zunächst ist alles ganz einfach. Weil Bayern Alzenau die Relegation zur Regionalliga gewann und aufsteigt, schaffen dies auch zwei Teams aus der Hessenliga-Aufstiegsrunde. Nun wird es etwas komplizierter. Dort nämlich erwartet der SV Neuhof am Samstag (17 Uhr) im letzten Spiel den FC Hanau 93. Tus Dietkirchen, der dritte Teilnehmer, spielt nicht mehr und hat wie Neuhof drei Punkte auf dem Konto. Klar ist, Neuhof darf spielen, wie es will, nur ein Ergebnis darf es nicht geben: Eine 0:2-Niederlage.

Bei jedem anderen Resultat, sei es ein Sieg, ein Unentschieden, eine 0:1-Niederlage oder eine höhere Schlappe als das besagte 0:2, ist der SVN Hessenligist. Und damit Türkgücü und Ehrenberg in der Verbandsliga.

Die Ausgangslage für Neuhof ist deshalb so kurios, weil je nach Spielausgang in der Dreiergruppe verschiedene Konstellationen denkbar sind. Und somit unterschiedliche Wege der Entscheidungsfindung. Mal nach dem direkten Vergleich, mal nach Torverhältnis oder Tordifferenz. Nur ein 0:2 geht eben nicht. Und wird es vermutlich auch nicht geben.

Aber auch wenn alles geklärt scheint, wollen die Osthessen ein Fußballfest feiern und erwarten weit mehr als 1000 Zuschauer. Darunter einige hundert Anhänger der Hanauer, die selbst noch hoffen. Sie reisen über einen gesonderten Zugang an – passenderweise die Hanauer Straße.

Nun aber zurück zum SV Türkgücü. Co-Trainer Alibrahim Semoski, der den im Urlaub weilenden Chef-Coach Hüseyin Üstün vertritt, mochte die aktuelle Info zur Ausgangslage kaum glauben: „Wir gehen nach wie vor davon aus, in Ehrenberg gewinnen zu müssen, um in die Verbandsliga aufzusteigen.“ Und weiter: „Wir verlassen uns auf nichts und niemanden, sondern versuchen, unser Spiel durchzuziehen und wollen am Ende den Platz als Sieger verlassen.“

In der Nordstadt, wo gestern Abend das Abschlusstraining vor dem Spiel stattfand, sind die Verantwortlichen dabei, Vorbereitungen für den großen Tag und den möglichen Aufstieg zu treffen. Eine große Anzahl von treuen Fans wollen die Mannschaft nach Ehrenberg begleiten, um nach dem Spiel mit dem Team zu feiern. Es wäre, wie auch für den Gegner, der erste Aufstieg in Hessens zweithöchste Spielklasse.

Semoski bereitet das Personal Sorgen: „Wir sind uns noch nicht darüber im Klaren, ob Moumen Kam Naksh oder der zuletzt überzeugende Lukas Perzel das Tor hüten wird. Außerdem plagen sich noch drei oder vier Leute mit leichten muskulären Problemen herum.“ In diesem Zusammenhang baut Semoski noch ein wenig auf die Zeit, die den Spielern bis Samstag zur vollen Genesung bleibt. (mit Ralph Görlich

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