Fußball-Gruppenliga: Bosporus entführt mit früheren Kirchditmoldern drei Punkte

VfL weiter ohne Zähler

Augen zu und durch: Frederick Bruch (rechts) vom VfL kommt vor Bosporus’ Tolga Yantut an den Ball. Foto: Malmus

Kassel. Das Spiel geriet für den leidgeprüften VfL Kassel zur Reise zurück in bessere Tage. Denn bei Gegner FC Bosporus standen viele Spieler auf dem Platz, die früher am Hochzeitsweg kickten. Doch nicht nur das. Auch das Trainerduo der Gäste, Yusuf Barak und Parham Nasseri, spielte früher am Hochzeitsweg. Und als ob das alles noch nicht reichen würde, tauchte mit dem Mainzer Bundesligaprofi Yunus Malli ein weiterer früherer VfLer als Zuschauer beim Spiel der Fußball-Gruppenliga, Gruppe 2, auf. In erster Linie wegen seines Bruders Yusuf, der – natürlich auch er ein ehemaliger Kirchditmolder – mit dem Tabellenzweiten einen 3:0 (2:0)-Erfolg einfuhr und den Platzherren die widrige Gegenwart vor Augen führte.

Während Bosporus nun allein den zweiten Platz belegt, wartet der VfL weiter auf den ersten Punkt. Gab es dennoch Positives? „Wir haben gegen ein Spitzenteam gegengehalten. Einen Unterschied zwischen dem Zweiten und dem Sechzehnten habe ich nicht gesehen“, bemerkte Trainer Marco Siemers. Der von Louis Lengemann vergebenen Großchance (4.) zum 1:0 trauerte er ebenso nach wie einem vom starken Aslam Sidigy verschossenen Foulelfmeter (77.). Otto Hofmann hatte Louis Lengemann zu Fall gebracht und wegen angeblicher Notbremse Rot gesehen. Beide Male hielt Schlussmann Antonio Rega, der bei einem Lattenkracher von Salar Abdali (88.) machtlos gewesen wäre.

Zwar hielten die Platzherren meist gut mit, waren aber in den entscheidenden Situationen zu harmlos und naiv. Die cleveren Gäste nutzten dabei ihre individuellen Stärken aus und kamen durch Murat Aytemür (25.) sowie Omar Bayoud (28., 69.) zum Erfolg. Bayoud hatte besonders beim dritten Treffer, von Nasseri glänzend inszeniert, leichtes Spiel.

„Ich hatte mir das anders vorgestellt. Ich dachte, der VfL als Letzter haut die Bälle hinten raus. Aber er hat richtig gut gespielt“, bekundete Yusuf Barak Respekt vor der Leistung des VfL. Ein wenig wehmütig verließ er den Platz. „Es war eine Freude, mal wieder hier zu sein. Schließlich habe ich in der F-Jugend, damals ganz neu in Deutschland, hier angefangen mit dem Fußball. Da kamen viele Erinnerungen hoch, als ich heute durch das Tor hereinkam“, erklärte der Bosporus-Trainer.

Bei aller Genugtuung über die eigene passable Leistung wurden die Sorgen von Marco Siemers bei elf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz nicht weniger. „Wir sind eigentlich nicht die Mannschaft, die über den Kampf kommt. Da ist es jetzt schwer, das richtige Gleichgewicht zu finden.“

Von Wolfgang Bauscher

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.