Wechsel im Sandershäuser Tor: Altherren-Schlussmann Gerber hilft beim 5:1 aus

Mit 47 wieder im Sandershäuser Kasten

Erledigte seine Aufgabe ohne Fehler: Achim Gerber hütete gegen Reichensachsen das Tor von Gruppenligist TSG Sandershausen. Foto: privat/nh

Niestetal. Ein verletzter Schlussmann, der vielleicht nicht zurückkehrt, einer, der seine Karriere beendet hatte, und einer, der sich mit 47 Jahren in der Fußball-Gruppenliga wiederfand – die TSG Sandershausen und ihre Torhüter sorgen für Aufsehen.

Die Geschichte beginnt im Sommer. Da wurden die Niestetaler vom Abgang ihres Keepers Manuel Angel Zapico Lopez, der zum KSV Baunatal wechselte, kalt erwischt. Trotzdem fand die TSG in Oscar Bastida Arbiol, einem anderen jungen Spanier, rechtzeitig Ersatz. Dieser zog sich nun eine Meniskusverletzung zu und reiste zur Behandlung in seine Heimat.

„Ob er überhaupt zurückkehrt, ist ungewiss. Wir haben eher den Eindruck, dass er in Spanien bleibt“, gibt sich TSG-Pressesprecher Gerhard Schade skeptisch. Somit hatte der Tabellenvierte ein Problem. Zumal die Reserve den Aufstieg zuletzt knapp verpasste und nun die Tabelle der Kreisliga A, Gruppe 1, anführt. „Diesmal soll sie unbedingt aufsteigen, weshalb ihr Torhüter Alexander Schößler eigentlich nicht in der Ersten auflaufen soll“, erläutert Schade.

„Meine Vorderleute haben fast alles weggebügelt.“

Achim Gerber

Weil es sich ohne Schlussmann schlecht spielt, musste die TSG am Sonntag vor dem Heimspiel gegen Reichensachsen handeln. So kam es, dass Achim Gerber beim 5:1-Erfolg im Tor stand. Der 47-Jährige gebürtige Frankfurter ist seit 1993 im Klub und hörte 2002 auf. Gelegentlich hütet er das Tor der Altherren.

„Wenn man mich fragt, ob ich helfen kann, mache ich das gern“, sagt Gerber. Viel zu tun hatte er nicht. „Meine Vorderleute haben fast alles weggebügelt. Ein Schuss, den ich kaum gesehen habe, ging an den Pfosten, einen habe ich an die Latte gelenkt“, berichtet er und ergänzt: „Für diese Aktion hat sich sogar der Schütze anerkennend geäußert.“ Am Gegentreffer war Gerber schuldlos. Ob er Lampenfieber verspürte? „Aufgeregt war ich vorher nicht, aber ein leichtes Kribbeln war schon da.“

Je nachdem, wie sich die Sandershäuser entscheiden, könnten weitere Einsätze auf Gerber zukommen. Zumindest in den nächsten Wochen. Ab dem 22. November ist dann Tobias Orth spielberechtigt, der sich im Sommer nach mehr als 200 Hessenligaspielen für den OSC Vellmar vom aktiven Fußball verabschiedet hatte. „Die TSG hat beharrlich angefragt, und allmählich kam beim Mittrainieren die Lust, wieder zu spielen“, erklärt der 31-Jährige und nennt weitere Gründe, die ihm die Entscheidung leicht machten: „Der Aufwand ist viel geringer als in der Hessenliga, und ich komme in eine erfolgshungrige Mannschaft.“

Seinen ersten Einsatz hätte Orth am 27. November. Gegen wen? Na klar, gegen seinen alten Verein. Denn zum letzten Spiel des Jahres gastiert die TSG beim OSC Vellmar II.

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