SG Bad Wildungen bringt sich selbst um Sieg

Aman Tesfu macht TuSpo spät noch glücklich

Dreikampf um den Ball, ein Spieler vorweg, einer am Boden, einer macht ein schmerzverzerrtes Gesicht
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So sieht Einsatz aus: Aman Tesfu, Torschütze des TuSpo zum 2.2, ist einen Tick schneller als der Bad Wildunger Florian Bruder, der von Dennis Jakob (am Boden) getroffen worden zu sein scheint. Hinten: SG-Kapitän Tim Malte Krollpfeiffer.

Das 2:2 (1:2) im Abstiegsduell der Gruppenliga machte weder dem TuSpo Mengeringhausen noch der SG Bad Wildungen/Friedrichstein gute Laune. Bei Abpfiff sah man gefühlt lauter Verlierer.

Mengeringhausen – Die beiden Trainer stießen nach dem Abpfiff kurz die Fäuste aneinander, dann ging jeder seiner Wege, jeder auf seine Weise enttäuscht, jeder zu einem Team in gedrückter Stimmung. Die Gäste schoben besonders tiefen Frust. Sie vergaben den möglichen „Dreier“ selbst und quittierten ganz spät den Ausgleich.

Mit 2:1 führte die SG bei Halbzeit, mit Wiederbeginn hätte sie entscheidend davon ziehen können. In der 47. Minute hatte Eugen Ruf nach einem langen Ball von Johannes Süring freie Bahn – und schoss rechts vorbei. Die nächste Chance gehörte zwar dem TuSpo, SG-Torhüter Johannes Binder, der den Vorzug vor Christian Seibert erhalten hatte, klärte mit dem Fuß gegen Nico Müller. Doch im Gegenzug über Jan Kramer ließ Ruf abermals eine Großgelegenheit aus.

Als nächster Wildunger versuchte sich Florian Bruder. Seinen Versuch klärte Simon Schwechel (56.). Schließlich erwarb sich TuSpo-Torhüter Marius Föll Verdienste am knapp bleibenden Rückstand – er parierte gegen Almeldin Zahovic (63.) und Bruder (73.) jeweils sehenswert.

Leimbach: Hätten den Sack zumachen müssen

Jan Leimbach fasste diese Szenen hinterher in einen einfachen Satz. „Wir hätten den Sack Anfang der zweiten Hälfte zumachen müssen“, sagte der neue Wildunger Trainer nach seinem Liga-Debüt. Sein TuSpo-Kollege Andre Gutmann war gleicher Meinung: „Aufgrund der Vielzahl an Chancen für Bad Wildungen, war der Punkt für uns etwas glücklich.“

Gutmann fand auch, die SG habe womöglich den Sieg etwas mehr gewollt als seine Mannschaft. Er machte das an der hohen körperlichen und verbalen Präsenz der Gäste fest. Sie hätten sich nach jeden gewonnen Zweikampf und jeder guter Szene beklatscht und gefeiert. Jan Leimbach beschrieb das so: „Das Ergebnis hat nicht unserer Leistung entsprochen, weil wir mit voller Leidenschaft da waren, weil jeder alles reingeworfen hat und wir eine geile Stimmung auf dem Platz hatten.“

Die Badestädter waren direkt mit Anpfiff auf Betriebstemperatur. Spielerisch setzten sie den TuSpo mit Offensivpressing unter Druck. Fünf Eckbälle in den ersten zwölf Minuten geben einen Eindruck von der Startphase. Daraus resultierte allerdings nur ein Abschluss, den Bruder am Tor vorbei schoss (7.)

Schwedes trifft per Freistoß, Schuldt volley

Die Mengeringhäuser wagten sich erst allmählich nach vorn. Dass sie in Führung gingen, verdankten sie einem Standard. Sven Schwedes" prima Freistoß lenkte Binder zwar an die Latte, der Ball prallte von da aber an seinem Körper ab ins Tor (15.). Der Rückstand beeindruckte die SG kein bisschen. Zwei Minuten später versenkte Janis Schuldt eine Flanke von Kai Döhring volley zum 1:1.

Gutmann bemängelte hinterher, sein Team habe in der ersten Halbzeit den Ball „zu wenig am Fuß gehabt“. Das von Fehlpässen und Ballverlusten auf beiden Seiten durchsetzte Spiel produzierte Chancen zwar auch für den TuSpo; Max Jakobschak vergab zweimal. Die Führung der Gäste war gleichwohl verdient: Einen perfekten Konter über Kramer und Zahovic schloss Ruf mit einem Heber über Föll zum 2:1 ab (37.).

Der Vorsprung geriet lange nicht in Gefahr, doch ab etwa der 70,. Minute wurden die Wildunger müder. Zudem ließ der TuSpo nicht locker. „Wir haben uns nicht aufgegeben und weiter versucht, Fußball zu spielen“, sagte Gutmann Die Nachspielzeit hielt die Belohnung bereit. Müller setzte sich mit letztem Einsatz rechts auf der Grundlinie durch, seine Hereingabe schickte Aman Tesfu Richtung linkes Toreck. 2:2. Der Endstand.

Die Fotos dazu gibt es hier.

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