1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball regional

Gudensberg hadert mit sich selbst nach 0:1 in Sand

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ralf Ohm

Kommentare

Laufduell: Sands Spielmacher Antonio Bravo Sanchez (links) kommt in dieser Szene vor dem Gudensberger Fabian Otto an den Ball.
Laufduell: Sands Spielmacher Antonio Bravo Sanchez (links) kommt in dieser Szene vor dem Gudensberger Fabian Otto an den Ball. © Reinhard Michl

Sie haderten, die Gudensberger. Nicht mit dem Schiedsrichter. Nicht mit vermeintlichem Schusspech, obwohl Robin Colella nach sieben Minuten den Pfosten getroffen hatte. Nicht mit einem keineswegs übermächtigen Gegner. Nein, sie haderten mit sich selbst. „Da war heute auf jeden Fall mehr drin, aber dafür war unsere Leistung nicht gut genug“, stellte André Fröhlich, Trainer des heimischen Fußball-Verbandsligisten, nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim SSV Sand enttäuscht fest.

Sand - Lukas Illian, der sich im Mittelfeld redlich mühte, aber dem Angriffsspiel der FSG auch keine durchschlagenden Impulse verleihen konnte, vermisste „den Glauben an die eigene Stärke“ sowie „die Überzeugung, das Spiel nach dem Rückstand noch drehen zu können.“ Der fiel zum „Unzeitpunkt“ (Fröhlich), nämlich kurz nach Wiederanpfiff, als die Mannschaft klassisch ausgekontert wurde: Ein Ballverlust im Mittelfeld, die Viererkette zu weit aufgerückt, so dass sich Pierre Kühne dahinter wegstehlen und Pascal Itter mustergültig am langen Pfosten bedienen konnte - 1:0 (48.). So wollte eigentlich der Aufsteiger, erneut im 4:1:4:1-System, agieren, doch der Gegner war auf der Hut vor solchen Umschaltmomenten. Zudem fehlte den Gästen die zuletzt offenbarte Kompaktheit für die nötigen Ballgewinne.

Das war in der ersten Halbzeit noch zu verschmerzen, weil sich die Kontrahenten im übervölkerten Mittelfeld weitgehend neutralisierten. Zweimal musste FSG-Torwart Tom Stieghorst reaktionsschnell eingreifen (in der 29. Minute bei einem Mertsch-Kopfball und in der 33. Minute beim einem 25m-Schuss von Steffen Bernhardt), einmal sein Kollege Rick Christof, der gegen Tom Siebert zur Stelle war (23.).

Doch nach dem Rückstand war das Fröhlich-Team gezwungen, die Initiative zu übernehmen. Versuchte das auch, aber laut Illian „zu wild und zu überhastet“ und damit im letzten Drittel zu unpräzise. Torjäger Siebert überzeugte zumindest läuferisch, vergab jedoch die beste Ausgleichschance nach einem Steckpass von Philipp Wissemann (59.). Die Solis von Nico Döring waren schön anzusehen, aber unproduktiv.

Trainer Fröhlich setzte mit der Einwechslung von Carlos Rohmann und Nick Siebert alles auf eine Karte, doch seine Trümpfe stachen nicht. So war die Spannung bis zum Schlusspfiff weniger einem Gudensberger Sturmlauf als dem fast schon kläglichen Vergeben der Sander Konterchancen geschuldet. Was SSV-Trainer Mario Deppe seinen Schützlingen schnell verzieh: „Heute zählen für uns nur die Punkte.“ Kein Grund also zu hadern - zumindest bei den Gastgebern.

Nach der Covid-Pause und der 14. Saisonniederlage hat der (Erfolgs-) Druck für die FSG im Abstiegskampf wieder zugenommen. Also muss am Sonntag bei der SG Johannesberg (So. 15 Uhr) Zählbares her. Allerdings: Die SG ist nach schwacher Hinrunde im Kommen, schaffte mit elf Punkten aus den letzten sechs Spielen den Sprung ins Mittelfeld. Zudem wird Christian Dobler-Eggers fehlen. Dafür hofft André Fröhlich auf die Rückkehr von Yannick Gaitzsch und wird dem wiedergenesenen Carlos Rohmann wohl mehr Spielminuten geben.

Auch interessant

Kommentare