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Als Hans Wulf zum Feldspieler wurde

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Von: Torsten Kohlhaase, Horst Schmidt

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Fußball in der Eissporthalle: Das war beim Sun-Express-Cup möglich. Unser Bild zeigt die Partie des KSV Hessen mit Tobias Schlöffel, Benjamin Trümner und Marco Dawid (von links) gegen Kickers Offenbach.
Fußball in der Eissporthalle: Das war beim Sun-Express-Cup möglich. Unser Bild zeigt die Partie des KSV Hessen mit Tobias Schlöffel, Benjamin Trümner und Marco Dawid (von links) gegen Kickers Offenbach. © Imago Sportfotodienst

Die drei großen Hallenfußballturniere im Kreis Kassel sind gespielt. Wir nehmen das zum Anlass, einmal in die Historie zu blicken und Akteure von heute zu fragen, ob der Budenzauber noch zeitgemäß ist.

Einst war auch mangels Sporthallen der Fußball unter dem Dach meist den Kindern, Jugendlichen und natürlich den Altherren vorbehalten. Turniere etablierten sich erst später. Nach zwei Jahren Corona-Pause stellt sich nun die Frage: Werden die Fußball-Hallenturniere von den Vereinen und vor allem den Zuschauern überhaupt noch angenommen? Wir werfen einen Blick auf die lange Tradition.

Die 80er-Jahre

In den 80ern schossen die Veranstaltungen teilweise wie Pilze aus dem Boden. Viele Vereine versuchten sich, hatten aber am Ende nicht mehr die Hallen zur Verfügung. Oder die Teilnehmer waren nicht attraktiv genug, um die Zuschauer anzulocken. Die aber benötigt wurden. Auch bei guter Stimmung mussten ja die Kosten mittels Verkaufs von Essen und Trinken gedeckt werden.

Lange Zeit war das Turnier des damaligen Hessenligisten SV Hermannia in der Hegelsberghalle zwischen Weihnachten und Silvester das Zugpferd. Eine schöne Abwechslung für die Fußball-Entwöhnten, parallel dazu wurde das Turnier des FSV Kassel in der Olebachhalle immer attraktiver. Nicht selten kamen an den drei Tagen bis zu 1300 Zuschauer, die in der Regel nicht allzu früh den Heimweg antraten. Sicher spielten auch die ausgelobten Preisgelder, mit denen sich die Mannschaften teilweise ihre Abschlussfahrten finanzierten, eine große Rolle.

Die 90er-Jahre

Während in den frühen 90ern in Baunatal die Kopenhagener Stadtauswahl mit einem spielenden Torhüter einen Titelgewinn nach dem anderen feierte, zeigte in der Olebachhalle Hans Wulf sein Können. Der legendäre Zweitliga-Schlussmann des KSV machte auch als Feldspieler eine gute Figur. Inzwischen besagen die Regeln, dass der Torhüter nur zum Klären einer Gefahrensituation seinen Torraum verlassen darf.

Später wurde auch das Turnier in Ahnatal für die Städter interessanter. In Kassel selbst versuchten sich der BC Sport und der CSC 03 in der Olebachhalle, der VfL Kassel gastierte einige Jahre in der Auesporthalle und die SVH Kassel organisierte ihr Turnier in der Sporthalle an der Wolfhagerstraße.

Eine ganz große Nummer war das von Ulrich Greifenberg ins Leben gerufene Intermezzo-Turnier, das in den 90ern und 2000ern sowohl in Schauenburg als auch in Rotenburg stattfand. Klubs wie Bayern, Dortmund und Schalke mit großen Namen wie Stefan Kuntz, Guido Buchwald, Thomas Helmer und Italiens Claudio Gentile gaben sich die Ehre und spielten für wohltätige Zwecke.

Die 2000er-Jahre

Das heimische Zugpferd – der KSV Hessen – hatte zwar einige Versuche zu verzeichnen, doch etablieren konnte der Klub den Hallenfußball nie so richtig, da die Konkurrenz in der Baunataler Rundsporthalle dann doch zu groß war. Dort gaben sich teilweise nationale und internationale Größen die Ehre. Zwei Veranstaltungen ragten trotzdem heraus: Eine davon fand 2007 in der Auesporthalle statt und wurde vom KSV gemeinsam mit dem damaligen Landesligisten VfB Süsterfeld organisiert. 2013 und 2014 wurde in der Eissporthalle der Sun-Express-Cup ausgespielt, den der Veranstalter 2013 selbst gewann. Dann war aber auch schon wieder Schluss.

Und heute?

Die SG Ahnatal führte in diesem Jahr sein 39. Turnier in der Sporthalle an der Rasenallee durch, Eintracht Baunatal lud zum 35. Mal in die Baunataler Rundsporthalle ein, und zuletzt war es der TSV Hertingshausen, der sein 34. Turnier ausrichtete. Genau diese drei Veranstaltungen sind es, die heute noch Mannschaften wegen der attraktiven Teilnehmerfelder und somit auch Zuschauer anlocken. Zusagen gibt es bereits für das kommende Jahr, sodass der Budenzauber in und um Kassel nicht ausstirbt.

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