Heimspiele sind Pflicht: Alte Fotoalben mit Bildern des KSV Hessen

Die KSVer 1953 im Trainingslager in Malente mit (hinten von links) Willi Buchholz, Dieter Vollmer, (Mitte) Erich Trott, Günter Schilling, Horst Casselmann, Helmut Schubert und (vorn) Hans Michel. Foto: nh

Kassel. Hellmut Spohr und Günter Schilling haben auf jeden Fall drei Dinge gemeinsam. Sie haben erstens Fußball gespielt und zweitens Bilder von damals aufgehoben.

Und drittens können beide herrlich aus der Zeit, als sie aktiv waren, erzählen. Geschichten, Anekdoten und meistens tippen sie nur auf ein Bild und können die Mitspieler benamen. Gut, manchmal dauert es einen Moment, aber das ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die meisten Bilder, um die es geht, zwischen 1945 und 1955 gemacht wurden.

GünterSchilling

Hellmut Spohr, den alle nur Hello rufen, und der im Februar nächsten Jahres 83 Jahre alt wird, hat als Schüler beim SV Kurhessen angefangen zu kicken. Später spielte er dann beim VfL Hessen, einem der Vorgänger-Vereine des KSV Hessen, und bei den „Löwen“ selbst. Berufsbedingt meist in der zweiten Mannschaft. Zwischendurch, während seiner Lehr- und Wanderjahre, war Spohr in Wiesbaden und danach beim Hamburger SV. In der Reserve der Hanseaten spielte er unter anderem mit Uwe-Seeler-Bruder Dieter.

Hellmut Spohr

Doch Spohr war sportlich vielseitig aktiv, sofern es sein Beruf als selbstständiger Metzgermeister zuließ. „Ich war Allroundsportler“, sagt er. Spohr war Leichtathlet, lief die 100 Meter in elf Sekunden, fuhr Ski und spielte Tennis. Außerdem gehört er zu den Mitbegründern der ersten Eishockeymannschaft in Kassel, und spielte natürlich auch selbst.

Günter Schilling ist Fußballer durch und durch. Im Keller seines Hauses hängen die wichtigsten Mannschaftsfotos an der Wand, steht der eine oder andere Pokal in der Vitrine. „Ich möchte die Zeit mit dem Fußball nicht missen“, sagt Schilling. „Die Trainingslager, die Reisen, die Spiele, und alles mit wirklichen Kameraden. Wir haben uns in der Gemeinschaft immer wohl gefühlt.“

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Schilling, der im September 79 Jahre alt wurde, hat beim KSV Wehlheiden auf dem alten Tura-Platz an der Feerenstraße und auf der legendären „Sülze“ an der heutigen Strafanstalt in Wehlheiden angefangen und ging dann zum KSV Hessen. Seine Mitgliedskarte trägt das Eintrittsdatum 1. Oktober 1946. Meist spielte er in diesen Jahren in der Vertragsspieler-Reserve, gehörte aber auch zum Kreis der Vertragsspieler. Außerdem trat Schilling, den früher im Spiel alle „Sheriff“ riefen, fünf Jahre in der ersten Amateurmannschaft der Löwen an.

Schillings Fotoalbum aus alten Zeiten zeigt auch viele junge Spieler, die später aus dem Kasseler Fußball nicht wegzudenken waren. Hans Alt, Hans Michel oder Dieter Vollmer, um nur drei zu nennen. In Spohrs Archiv schlummern dagegen alte Mannschaftsaufnahmen vom VfL Hessen. Und immer sind Erinnerungen mit den Bildern verbunden, bei Schilling und Spohr.

Und noch eins haben Günter Schilling und Hellmut Spohr gemeinsam: Sie lassen keines der Heimspiele des heutigen KSV Hessen aus.

Von Peter Fritschler

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