Zuwachs im Altkreis Münden

TSV Hemeln bei Schiedsrichtern gut aufgestellt

Während die meisten Fußballvereine händeringend nach Schiedsrichtern suchen, ist der TSV Jahn Hemeln mittlerweile rekordverdächtig mit den Männern an der Pfeife ausgestattet. Gleich fünf von ihnen werden in der neuen Saison für den Klub Spiele leiten.

Fußball-Schiedsrichter des TSV Hemeln: Von links Mark Böttner, Christian Schläger, Stefan Mildner und Arnd Rode. Nicht auf dem Bild: Markus Obermann.

Hemeln – Mark Böttner kam im vergangenen Herbst auf eine seltene Idee. Der Bührener spielt seit dreieinhalb Jahren für den eigentlich recht ungeliebten Nachbarn in Hemeln und war dankbar, so gut aufgenommen worden zu sein. Im vergangenen Herbst sprach er den TSV einfach mal an, ob er nicht am nächsten Schiedsrichterlehrgang teilnehmen könne. „Es gibt doch kaum Nachwuchs und damit selbstständige Vereine weiter existieren können, benötigen sie eben auch Schiedsrichter“, beschreibt der 35-Jährige seine Motivation. Vor 18 Jahren leitete der dreifache Familienvater schon einmal Jugendspiele. Wo er nun eingesetzt wird, steht noch nicht fest. Seine Frau meinte: „Mach doch!“ Und so ging es zum Kurs. Überhaupt probiert Böttner gern mal etwas Neues aus. Beruflich als „Fachberater für die Gemeinschaftsverpflegung“ unterwegs (beispielsweise in Krankenhäusern) hat er eine Weiterbildung zum sogenannten Fisch-Sommelier begonnen. Einfach, um für seine Kunden noch besser informiert zu sein.

Jahn Hemelns Schiedsrichter-Obmann Arnd Rode erfreut das Engagement des neuen Mitstreiters. Fünf Männer an der Pfeife habe es beim TSV Jahn noch nie gegeben. Vor Jahren drohte dem Verein aufgrund zu weniger Unparteiischer eine Strafzahlung an den Verband. Damals konnte Rode, neben dem damals lediglich Markus Obermann als Schiedsrichter-Assistent aktiv war, Stefan Mildner (50) aus Groß Ellershausen zum TSV lotsen. Fünfter Mann im Team der „Schwarzkittel“ ist Christian Schläger. Der 40-Jährige leitet mittlerweile als einziger beim TSV Kreisligaspiele und begann an der Pfeife bereits mit zwölf Jahren in seiner Heimat Wismar. „Damals habe ich mich als Jugendspieler mal tierisch über einen Schiedsrichter aufgeregt. Mein Vater, der auch mein Trainer war, nahm mich daraufhin vom Feld und meinte, dass es wohl ganz gut wäre, wenn ich selbst einen Schiedsrichterlehrgang besuchen würde.“ Damit wuchs das Verständnis für die herausfordernde Aufgabe und auch die Freude, um bis heute auf dem Platz zu stehen.

Arnd Rode ist froh, eine solche Truppe beisammen zu haben. Er selbst wird nach einer Knie-OP vorerst nur noch als Assistent unterwegs sein. Außerdem hat der 55-Jährige, für den früher der italienische Glatzkopf Pierluigi Colina der Beste der Schiedsrichter-Zunft war, eine neue Aufgabe als Betreuer von Jungschiedsrichtern im Kreis. (Manuel Brandenstein)

Rubriklistenbild: © Manuel Brandenstein

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