Der KSV Baunatal verliert in letzter Minute nach einem indirekten Freistoß

Ein Tor wie anno 2001

Starke Leistung nicht belohnt: Baunatals Torwart Tobias Schlöffel.

Baunatal. Im Hessenligaspiel zwischen dem KSV Baunatal und dem SV Wiesbaden läuft die 90. Minute, als der Ball in den Baunataler Strafraum fliegt. Hoch ist das rechte Bein des Baunatalers Daniel Borgardt beim Abwehrversuch. So hoch, dass Schiedsrichter Johannes Frohnapfel aus Neuhof bei Fulda eine Gefährdung von Borgardts Gegenspieler sieht und auf indirekten Freistoß für den SV Wiesbaden entscheidet. Der Tatort befindet sich zentral etwa zehn Meter vom Tor entfernt, und alle elf Baunataler postieren sich auf der Torlinie. Aber sie schaffen es nicht, den Schuss des Wiesbadener Außenverteidigers Bartosz Franke abzuwehren. Irgendwie fliegt der Ball durch die Menschenmauer, landet im Netz und besiegelt die 0:1 (0:0)-Niederlage des KSV Baunatal.

Als der Ball im Tor liegt, werden Erinnerungen wach. So wie am Samstag in Baunatal war es auch am 19. Mai 2001 in Hamburg, als dem FC Bayern in der Nachspielzeit ein indirekter Freistoß zugesprochen wurde, den Patrik Andersson genauso verwandelte, wie nun der Wiesbadener Hessenligaspieler Bartosz Franke. Damals aber waren die Folgen gravierender, denn die schon die Meisterschaft feiernden Schalker mussten zusehen, wie der FC Bayern mal wieder das bessere Ende für sich hatte.

Zurück nach Baunatal, wo Trainer Tobias Nebe sagte: „Das Tor hätten wir verhindern müssen, es darf in so einer Situation keine Lücke in der Mauer geben.“

Vorher hatten Nebe und 100 Zuschauer im Baunataler Parkstadion ein Spiel mit wenig Torchancen gesehen, was Tobias Nebe zum folgenden Fazit veranlasste. „Wir haben nichts zugelassen, aber wir haben nach vorn zu wenig gemacht.“

Da Wiesbadens Torwart Nico Adami fast arbeitslos war, während sein Baunataler Gegenüber Tobias Schlöffel viermal geprüft wurde, hatten sich die Gäste den Sieg verdient, denn Nebe hatte die Offensivqualitäten seines Teams beschönigend kommentiert. Der KSV Baunatal war so harmlos, dass Adami nicht vor der 50. Minute am Ball war, und die Gastgeber nicht nur null Tore, sondern auch null Torchancen verzeichneten.

Nun ist das Fehlen der Stürmer Nico Schrader (gesperrt) und Manuel Pforr (verletzt) tatsächlich ein großer Nachteil, aber dass im KSV-Kader weit und breit kein Ersatz für das Duo zu sehen ist, gibt allen recht, die für die nähere Zukunft des Regionalliga-Absteigers schwarzsehen.

Falls nicht bald ein Stürmer vom Himmel fällt, wird der KSV Baunatal wohl auch in den bevorstehenden beiden Derbys gegen den OSC Vellmar und den FSC Lohfelden kein Tor erzielen.

Von Gerd Brehm

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