KSV Baunatal: Geschlossen an die Spitze der Fußball-Hessenliga

Freud und Leid: Watzenborns Christopher Spang (links) ärgert sich über den Gegentreffer, Manuel Pforr dreht zum Jubeln an. Foto:  Schachtschneider

Baunatal. Als das Topspiel gegen Absteiger Watzenborn-Steinberg gewonnen war, Schiedsrichter Paul-Ioan Barbu nach fünf Minuten Nachspielzeit abgepfiffen hatte, da standen die Spieler des KSV Baunatal in der Kurve und sangen: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!"

Nur einer saß noch erschöpft am Spielfeldrand - Kapitän Mario Wolf. Erst in der 87. Minute hatte der Innenverteidiger das entscheidende 3:2 geköpft. Und damit dafür gesorgt, dass Baunatal weiterhin ohne Punktverlust auf Platz eins in der Fußball-Hessenliga steht.

„Die ersten 30 Minuten waren unsere besten in dieser Saison“, sagt Baunatals Stürmer Manuel Pforr. In dieser Phase ist es auch Pforr, der die Gastgeber im Parkstadion in Führung bringt - mit freundlicher Hilfe von Vaclav Koutny. Der spielt einen viel zu kurzen Rückpass auf Torwart Tolga Sahin, Changdae Han spritzt dazwischen, legt quer - 1:0.

Tobias Nebe

Watzenborns Trainer Gino Parson reagiert früh, wechselt schon in der ersten Halbzeit zweimal. Das zahlt sich aus. In der 41. Minute reingekommen, scheitert Damjan Marceta erst noch mit einem Schuss aus 20 Metern an der Latte (43.). 60 Sekunden später ist er nach einem Fehlpass von Daniel Borgardt auf einmal frei vor Baunatals Torwart Pascal Bielert und schiebt zum Ausgleich ein.

„Es war ein sehr intensives Spiel auf hohem Niveau. Vor der Laufbereitschaft und dem Einsatz meiner Mannschaft muss ich den Hut ziehen“, sagt Trainer Tobias Nebe. „Vor der Pause machen wir den Fehler, und das Momentum ist auf der Seite der Watzenborner.“

Da bleibt es aber nicht sehr lange. Keine vier Minuten sind nach Wiederanpfiff gespielt, da ist es erneut Pforr, der die Nordhessen wieder in Führung bringt. Einen langen Einwurf verlängert Han mit der Hacke, dann entsteht ein Gewühl im Strafraum - Pforr findet den Ball und drückt ihn über die Linie (49.).

In einem sonst hochklassigen Hessenligaspiel mit feinen Spielzügen und viel Tempo sorgt ein Verantwortlicher Watzenborns für den negativen Höhepunkt. Weil ihm ein Ballkind nicht schnell genug ist, läuft er bedrohlich auf dieses zu. Der Junge wird anschließend sogar von Watzenborns Spielern getröstet und darf neben Nebe auf der Trainerbank Platz nehmen.

Zwei sportliche Höhepunkte gibt es aber auch noch. Erst erzielt wiederum Marceta den Ausgleich, als er einen verunglückten Kopfball ins Tor grätscht (60.). Dann bringt Malte Grashoff einen Freistoß in den Strafraum, Wolf verlängert mit dem Kopf, der Ball landet im langen Eck - 3:2.

„Wir haben momentan Spaß und zeigen eine mannschaftliche Geschlossenheit. Wir kommen über den Teamgeist“, erklärt Pforr den derzeitigen Erfolg. Und fügt an: „Jetzt haben wir uns Respekt erarbeitet.“

Am Rande: Die Sache mit dem Mannschaftsabend

Während der Pressekonferenz schloss Gäste-Trainer Gino Parson mit den Worten: „Euer Glück war unser Pech.“ Dann war Tobias Nebe dran. Baunatals Trainer kündigte an, auf Glück und Pech zurückzukommen. Und das tat er. Ganz am Ende erklärte er, was er meinte. „Euer Pech ist, dass wir heute Mannschaftsabend haben. Und wenn wir den hatten, haben wir seit fünf Jahren nicht mehr verloren“, erklärte Nebe. Idee: Wie wäre es mit einem Mannschaftsabend nach jedem Spiel?

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