Der FSC Lohfelden besiegt Eschborn souverän 4:0 und setzt sich oben fest

Bayrak macht’s mit Picke

Sie jubeln im Regen: Lohfeldens Torschütze Serdar Bayrak (links) wird von Antonio Bravo Sanchez und Roy Keßebohm (rechts) nach dem 1:0 beglückwünscht. Foto: Fischer

KASSEL. Es gibt Szenen in einem Spiel, die den Wert eines Spielers eher unspektakulär aufzeigen. So wie die in der 50. Minute im Lohfeldener Nordhessenstadion. Gastgeber FSC führte 1:0 gegen den 1. FC Eschborn, die Gäste wollten schnell den Ausgleich. Bei einem Konter kam der Ball vor dem Tor zu Alexander Scholz, der bereits Maß nahm. Doch dann rauschte von der Seite Lohfeldens Außenverteidiger Roy Keßebohm heran, blockte den Schuss energisch ab. Situation bereiningt. Am Ende hatten die Gastgeber 4:0 (1:0) gewonnen und ihren Platz oben in der Tabelle gefestigt.

Trainer Otmar Velte nahm diese Szene später nicht als Beispiel für die starke Leistung des Verteidigers. Er nahm sie exemplarisch für sein gesamtes Team: „Das macht uns aus in dieser Saison. Wenn einer einen Fehler macht, dann bügelt ihn ein anderer Spieler aus. Daran arbeiten wir als Team jede Woche.“

Dazu kommt eine neue Tiefe im Kader. Gegen Eschborn musste der FSC auf die Leistungsträger Mentor Latifi und Christian Käthner verzichten. Trotzdem drückten die Gastgeber über weite Phasen der Partie ihren Stempel auf. Und trotzdem waren sie personell immer noch so stark besetzt, dass die eingewechselten Daniel Beier und Mirko Tanjic in der 90. Minute mit einer Co-Produktion das Tor zum 4:0-Endstand besorgten.

Zuvor aber gab es auch noch einen Lohfeldener, der seinen Wert für die Mannschaft unterstrich – und das durchaus mit spektakulären Szenen. Serdar Bayrak bereitete zwei Treffer vor und erzielte das wichtige 1:0 (17.) selbst.

Wie er das tat, das zeugt von Selbstvertrauen und Schlitzohrigkeit. Über links in den Strafraum kommend, täuschte Rechtsfuß Bayrak eine Finte an, schoss dann aber einfach direkt mit der Picke, sodass sein Gegenspieler und Torhüter Steve Wagner nur noch verdutzt dem Ball hinterherschauten.

„Ich habe gesehen, dass die Bahn frei war und einfach draufgehalten“, freute sich Bayrak. Später leistete der 30-Jährige zum entscheidenden Doppelschlag in der 54. und 56. Minute beide Male auf dem rechten Flügel die Vorarbeit. Beim 2:0 war Thomas Müller per Kopf der Nutznießer, beim 3:0 der aufgerückte Innenverteidiger Pere Pavic.

Bayrak erklärte seine starke Form auch mit der Unterstützung der Mannschaft: „Sie spielt viel über die Flügel und setzt mich in Szene.“ Und auch er betonte: „Der breite Kader hilft uns, die Konkurrenz ist groß. Das spornt an.“ Das eben nicht nur im Angriff, sondern, siehe Roy Keßebohm, auch in der Defensive. Ganze sechs Gegentore hat der FSC bisher kassiert – Bestwert in der Liga. Vieles deutet darauf hin, dass sich Lohfelden dauerhaft im Vorderfeld der Tabelle einrichten kann.

Von Frank Ziemke

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