Interview: Carsten Lakies beleuchtet die Lage vor dem Hessenliga-Duell seiner Ex-Klubs Vellmar und Baunatal

„Derbysieg kann Schub geben“

Ein Nordhessenderby gab es in dieser Saison schon: Die Vellmarer (von links in Rot) Jonas Springer, Sebastian Wagener, Maik Siebert und Christian Brinkmann) unterlagen Anfang September 0:2 gegen Lohfelden (links) und Mirko Tanjic. Foto: Koch

Kassel. Die Fußball-Fans in der Region blicken heute mit besonderem Interesse nach Vellmar. Auf der Sportanlage am Schwimmbad erwartet ab 15 Uhr der gastgebende OSC zum Hessenliga-Derby den Regionalliga-Absteiger KSV Baunatal. Der Tabellen-13. trifft auf den 14.

Im Vorfeld dieses Duells haben wir mit Carsten Lakies gesprochen. Der 44 Jahre alte gebürtige Kasseler, inzwischen U-19-Trainer beim Nordost-Regionalligisten SV Babelsberg 03, war für beide Klubs früher auf Torejagd.

Herr Lakies, Glückwunsch zum späten Unentschieden. Elfmeter-Tor zum 3:3 am Mittwochabend in Zwickau in der 90. Minute.

Carsten Lakies: Vielen Dank. Wir hatten am Wochenende unseren ersten Dreierpack. Das war schon sehr gut. Jetzt haben wir uns noch einmal gesteigert. Am Ende war auch etwas Glück dabei. Die Mannschaft merkt, dass man den Körper einsetzen muss. Andere Teams wie Dresden oder Aue haben uns das voraus. Wenn wir jetzt am Samstag gegen Magdeburg noch punkten, war es eine gute Woche.

Das heißt, Sie fühlen sich bei Ihrem aktuellen Klub wohl.

Lakies: Es macht Spaß. Wir gewöhnen uns aneinander. Es ist eine neue Aufgabe für mich. Ich war ja früher nur schon mal Co-Trainer von Marco Pezzaiuoli, als dieser für den DFB-Nachwuchs zuständig war. Über kurz oder lang will ich natürlich wieder in den Seniorenbereich zurück.

Inwieweit verfolgen Sie das Geschehen in Ihrer Heimat?

Lakies: Regelmäßig. Viel über Internet. Natürlich interessiert mich der KSV Hessen. Von Lohfelden habe ich sogar einige Spiele gesehen.

Als Sie vor der Saison für unsere Zeitung einen Ausblick gewagt haben, lagen Sie mit Ihrer Prognose richtig. Lohfelden hatten Sie am stärksten eingeschätzt. Dass Baunatal und Vellmar so weit unten stehen, überrascht Sie auch?

Carsten Lakies: Vellmar kommt normalerweise über seine mannschaftliche Geschlossenheit, kam aber bislang noch nicht in Fahrt. Die Probleme des OSC hätte ich so nicht erwartet. Bei Baunatal ist dies ähnlich. Wenn ich 0:4 gegen Griesheim verliere, dann kann ich nicht nachher sagen, ich hätte gut gespielt.

Sie haben für beide Klubs gespielt. Wie sehr bedauern Sie die Entwicklung?

Lakies: Beide Mannschaften gehören absolut in die Hessenliga. Ich hoffe, dass sie in der Klasse bleiben.

Aus Ihrer eigenen Erfahrung: Inwieweit kann ein Derbysieg den Trend zur Wende einleiten?

Lakies: Wer im Derby gewinnt, der kann anschließend erhobenen Hauptes durch die Stadt laufen. Für den Verlierer indes kann eine Pleite in diesem Duell ein echter Nackenschlag sein. Den Vellmarern könnte ein Erfolg einen richtigen Schub geben. Es wäre der zweite Sieg in Folge.

Wie würden Sie Ihre Mannschaft in dieser prekären Situation ausrichten? Eher einigeln oder volle Pulle nach vorn?

Lakies: Dafür bin ich zu weit weg. Grundsätzlich bin ich eher für eine offensive Marschroute, jetzt würde ich erst einmal die Defensive stärken. Hier in Babelsberg haben wir anfangs fünf Gegentreffer im Schnitt kassiert. Die Zahl ging jetzt zurück. Wichtig ist es, die individuellen Fehler abzustellen.

Wie sehen Sie die Ausgangslage vor der Partie in Vellmar?

Lakies: Pari. Es ist inzwischen mehr ein Abstiegsduell, da spielen die Nerven eine große Rolle. Baunatal ist spielerisch etwas stärker einzuschätzen.

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