Interview: OSC-Fan Hugo Schmid gibt vor Derby Vellmar gegen Lohfelden Einblick in seine Gefühlswelt

„Die Abgänge waren schon heftig“

Hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt des OSC noch nicht aufgegeben: Vellmar-Fan Hugo Schmid. Foto: Mahr

Vellmar. Es ist Derbyzeit in der Fußball-Hessenliga: Der stark abstiegsgefährdete OSC Vellmar empfängt am Samstag ab 15 Uhr auf dem Sportplatz am Schwimmbad den Tabellenfünften FSC Lohfelden. Sollten die Gastgeber verlieren, würde die Lage für den Vorletzten immer bedrohlicher werden. Wir haben vor diesem Schlager mit einem echten OSC-Fan geredet: Hugo Schmid, 68 Jahre alt, gibt einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Jetzt besitzen Sie zum ersten Mal seit Jahren keine Dauerkarte vom OSC Vellmar. Hatten Sie schon mit so einer schwierigen Saison gerechnet?

Hugo Schmid: Auf die Karte habe ich diesmal nur deshalb verzichtet, weil ich in dieser Saison aus persönlichen Gründen nicht bei jedem Heimspiel dabei sein kann. Nun kaufe ich mir eben mein Ticket an der Kasse. Es hat sich sonst nichts geändert: Ich stehe weiter wie üblich mit einigen Anderen neben der Sprecherkabine.

Und leiden mit dem Team?

Schmid: Die Abgänge vor der Serie waren heftig, es war klar, dass es nur ein Ziel geben kann: den Klassenerhalt. Es ist schade, dass das Team so weit hinten drin steht. In Depressionen verfalle ich nach einer Niederlage allerdings nicht.

Inwieweit herrscht schon Abstiegsangst?

Schmid: Als Fan gehe ich auch wegen der Geselligkeit, wegen Bier und Bratwurst, hin. Das ist auch eine Klasse tiefer gewährleistet. Ich hoffe natürlich noch, dass der Mannschaft die Rettung gelingt.

Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass die Mannschaft da unten nicht herauskommt?

Schmid: Vor der Runde sind mit Lohne, Kemper, Müller, Weingarten, Bredow und Kuhn sechs Leistungsträger gegangen. Diese Verluste sind schwer zu kompensieren. Der OSC lebt von eigenen Nachwuchskräften. Es dauert jedoch, bis die Jungen diese Lücken schließen können.

Welchen Tipp haben Sie für Trainer Mario Deppe?

Schmid: Also wir diskutieren oft auf der Tribüne. Manchmal, wenn es nicht läuft, sind wir der Ansicht, der Trainer sollte zeitiger wechseln. Das passiert dann aber nicht.

Jetzt kommt das Derby gegen die starken Lohfeldener. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Schmid: Ich glaube, dass wir gewinnen. Also ich schmeiße gern fünf Euro ins Phrasenschwein, aber Derbys haben wirklich ihren eigenen Charakter. Schon oft habe ich mir die Tabelle angeschaut, meistens hat dann das Team verloren, das über dem anderen stand. Und früher war das auch so: Wenn meine große Liebe FC Bayern hinter den Sechzigern rangierte, gewann sie. War sie vor ihnen platziert, gab es eine Niederlage.

Sie stammen aus der Nähe von München. Wie sind Sie Fan des OSC geworden?

Schmid: Durch den Beruf als Diplom-Bibliothekar kam ich 1980 nach Kassel. Später In Vellmar war Andreas Stiehler mein Nachbar, der spielte damals in der Ersten in der Landesliga und hat gesagt: Schau’ Dir das mal an. Das war 1995, seitdem drücke ich dem OSC die Daumen.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass die Vellmarer noch den Klassenerhalt schaffen?

Schmid: Ganz so optimistisch bin ich nicht. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft die Heimschwäche in den Griff bekommt. Wenn das gelingt und sie zudem auswärts weiter gute Leistungen zeigt, dann kann es noch klappen.

Von Björn Mahr

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