„Die Liebe zum Fußball bleibt“

Fußball-Hessenliga: Limburger Extrem-Kampfsportler zu Gast in Vellmar

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So kann ein Verteidiger in der Fußball-Hessenliga aussehen: Am Samstag ist Christian Eckerlin mit RW Hadamar zu Gast im Vellmarer Stadion am Schwimmbad.

Kassel. Nichts Geringeres als ein Albtraum erwartet am Samstag die Offensivspieler des OSC Vellmar. „The German Nightmare“ – also der deutsche Albtraum – ist zu Gast im Stadion am Schwimmbad:

Christian Eckerlin gibt dort für voraussichtlich 90 Minuten den Innenverteidiger, aber eigentlich ist das nur eine Nebenrolle des gelernten Bäckers. Der 29-jährige Limburger mit dem brutal anmutenden Kampfnamen gehört auf deutscher Ebene zu den ganz großen Nummern im MMA-Geschäft. Allein schon die Übersetzung der englischen Abkürzung von „Mixed Martial Arts“ lässt ungefähr erahnen, womit Eckerlin den Großteil seiner Zeit verbringt: Es geht um Kampfkünste. Und zwar um die meisten. Und das in einer Sportart.

Die Kämpfer bedienen sich sowohl der Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai und Karate als auch der Bodenkampf- und Ringtechniken des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringens, Judo und Sambo. Auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt. So zumindest kann man das bei Wikipedia nachlesen. Und weil sich das alles mächtig gefährlich anhört, wollen wir es von Eckerlin selbst wissen.

Als der sich gestern am Telefon meldet, stellt der Kampfsportler eines gleich mal klar: „Bei Transfermarkt.de kann jeder nachlesen, dass ich zu den fairsten Fußballern gehöre.“ Und obwohl Eckerlin seit 2007 einen steilen Aufstieg in der Kampfsportszene hingelegt hat, ist dem Weltergewichtler eine Sache besonders wichtig: „Die Liebe zum Fußball bleibt, auch wenn ich die angestrebte Profi-Karriere damals in Darmstadt aufgegeben habe.“

In der Regionalliga hatte Eckerlin dort zuletzt gespielt und ist nach einer sechsjährigen Auszeit noch einmal bei Aschaffenburg in der gleichen Liga durchgestartet. Seine Frau in Limburg und der Sohn, der Ende des Monats auf die Welt kommen soll, haben dann zum erneuten Richtungswechsel geführt.

Inzwischen trainiert Eckerlin wieder viel in Frankfurt und kann schon auf eine ganz ordentliche MMA-Vergangenheit zurückblicken. Im Oktober 2010 wurde er erster Europameister im Weltergewicht, und im selben Jahr war ihm noch ein ganz anderer Coup geglückt: Am 11. September hatte Eckerlin den K.o. des Jahres auf nationaler Ebene gelandet, als er mit einem linken Haken den Veteran Sebastian Baron niederstreckte. Diese Erfolge brachten ihm einen internationalen Vertrag bei Europas größtem Veranstalter M-1 Global ein.

Am Samstag steht nun also wieder Fußball auf dem Programm. Eckerlin jedenfalls freut sich auf eine faire Fußball-Hessenliga-Partie gegen den OSC Vellmar: „Die Schulter habe ich mir schon fünfmal ausgekugelt, die Hand gebrochen, und die Knie haben auch schon einiges einstecken müssen. Das Meiste davon ist natürlich nicht im Fußball passiert, und es reicht mir auch aus.“

Youtube-Video: Christian Eckerlin zeigt Kampfkünste

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