Hessenliga: „Einsatz reicht einfach nicht aus“

1. FC Schwalmstadt beim 0:1 gegen Großheim erneut zu ungefährlich

Kein Durchkommen: Schwalmstadts Nils Fischer (re.) wird hier vom Griesheimer Dominique Jourdan (li.) gestoppt. Im Hintergrund beobachtet Yannik Herper die Szene. Foto: Kasiewicz

Treysa. Es war nur ein Strohfeuer. Die trügerische Hoffnung, dass die Fußballer des 1. FC Schwalmstadt nach vier Punkten aus zwei Heimspielen noch in diesem Jahr in der Hessenliga ankommen könnten. Denn beim 0:1 (0:1) gegen den Drittletzten SC Viktoria Griesheim blieb der Aufsteiger abermals vieles schuldig.

„Ich will keine Namen nennen, aber: Wenn ich sehe, wer Spielanteile fordert und dann so wenig Einsatz anbietet, für den reicht es eben nicht in der Hessenliga“, gab Christoph Keim verärgert zu Protokoll. Der erkältete Spielertrainer hatte ebenso wie der angeschlagene Jannis Lerch und Timo Brauroth (geschwächt von Antibiotika) passen müssen. Alles Defensivkräfte wohlgemerkt, denn der Schuh drückte den FCS auf Kunstrasen in Treysa im Angriff.

„Wir waren zu hektisch, nicht geduldig, haben die Seiten nicht verlagert und hatten einfach keine Ballkontrolle mehr“, haderte Keim mit Blick auf die zweite Halbzeit. Symptomatisch, dass eine Flanke von Antonio Bravo-Sanchez zu hoch für André Meier war (61.). Sinnbildlich für ein Team mit nur neun Toren aus 17 Spielen, dass Jan Henrik Wolf beim einzigen gelungen Spielzug im zweiten Durchgang keinen Druck hinter den Ball bekam (77.), ehe er das Leder in aussichtsreicher Position viel zu lang für Kevin Kutzner spielte (81.).

Oft operierten die Schwälmer mit hohen und halbhohen Hereingaben, die die Innenverteidiger Dominique Jourdan und Angelo Barletta in schöner Regelmäßigkeit wegpflückten. „Wir haben offensiv gut gepresst, deswegen musste der Gegner so spielen“, fand Barletta. Der Spielertrainer wusste indes um den glücklichen Sieg: „Es hätte auch anders ausgehen können. Von der Leistung war das dicht zusammen.“

Den Unterschied machte folgerichtig (einmal mehr) eine Standardsituation aus. Bitter für den FCS, dass Schiedsrichter Velten zuvor nicht zwingend hätte pfeifen müssen. Barletta erkannte eine Lücke in der Hintermannschaft, spielte schnell auf Fabian Walter, dessen Hereingabe Pascal Stork abgefälscht zum Tor des Tages ausnutzte (26.).

Das war der erste Torschuss bis dahin für die Südhessen. Zuvor hätten auf der Gegenseite Bravo-Sanchez (6.) und Kutzner (9.) das Treysaer Publikum erwärmen können. Zu allem Überfluss verweigerte Velten Schwalmstadt einen möglichen Handelfmeter, nachdem Stork aus kurzer Distanz von Bravo-Sanchez angeschossen wurde - beim vorletzten Auswärtsspiel in Steinbach hatte Fabian Seck wegen vergleichbarer Aktionen eine Gelb-Rote Karte gesehen und sein Team bedingt durch zwei Strafstöße mit 0:6 verloren. • FCS: A. Seck - F. Seck, Preuß, Bräutigam, Kutzner - R. Seck (65. Wolf), Meier, Langhans, Fischer (57. Erdem) - Bravo-Sanchez, Sattorov. Vik: Yalcin - Brehm (86. Hinterschied), Jourdan, Barletta, Walter - Schwarz, Herper, Starck (50. Demir), Häder - Stork (75. Bilgin), Jung. SR: Velten (Schöffengrund) - Z: 120. Tor: 0:1 Stork (26.).

Von Sebastian Schmidt

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