2:7-Klatsche in Seligenstadt

FCE: Abstieg mit einem Debakel

Es hat nicht gereicht: Nach dem 2:7 in Seligenstadt sitzen Dominik Karge (links) und Iori Shintani niedergeschlagen auf dem Platz.

Seligenstadt. Es hat nicht gereicht. Nach zwei Jahren muss der FC Ederbergland die Fußball-Hessenliga verlassen und einen Neuanfang in der Verbandsliga Mitte wagen.

Der Klassenerhalt wäre nach den Punktgewinnen der direkten Konkurrenz Oberrad und Griesheim ohnehin nicht mehr möglich gewesen. Die Vorstellung, die der FCE beim 2:7 (0:4) in Seligenstadt zeigte, war aber erschreckend.

„Wir haben es uns schwerer vorgestellt“, brachte Seligenstadts Trainer Klaus Reusing die Partie auf den Punkt. Unglaubliche Ballverluste im Spiel nach vorn, Stellungsfehler an Stellungsfehler, mangelnde Spritzigkeit und ein motivierter Gegner, der von Tor zu Tor mehr aufblühte - für die Gäste kam am Samstag alles zusammen. Beispielhaft für die schwache Leistung in Hälfte eins war der phlegmatische Ballverlust von Carlos Arsenio vor dem 1:0.

Die Gastgeber zeigten, wie man Angriffe spielt. Flanke auf Flanke segelte in den FCE-Strafraum und fanden im vierfachen Torschützen Peter Sprung einen dankbaren Abnehmer. Beim FCE haben es die Stümer schwieriger: „Bei uns kommen keine Flanken. Da wirst du immer wieder in die 1:1-Situation steil geschickt“, versuchte Ahmet Marankoz zu erklären, warum es bei Ederbergland in der Offensive nicht so läuft. Und gerade im Angriff lag der Schwachpunkt des FCE: Es wurden zu wenig Tore geschossen, wobei auch die Chancenverwertung ein Manko war. „Die wenigen Chancen, die man in der Hessenliga bekommt, muss man nutzen“, unterstrich Michael Möllmann.

Oft wurde die Frage gestellt, warum es in den ersten Saisonspielen beim FCE noch gut lief - und das trotz des Verletzungspechs. Kapitän Ingo Miß bemühte sich um eine Erklärung: „Der Trainer war neu. Die Trainingseinheiten waren neu und die Ansprachen vom Coach auch. Jeder wollte sich zeigen, gab im Training und auf dem Feld Gas. Alle waren topfit. Dann kamen die Verletzungen. Die Mannschaft stellte sich danach oft von selbst auf.“ Und somit fehlte die nötige Konkurrenz im Kader.

Gegen schwache Gegner wurden Punkte mit noch schwächeren Vorstellungen abgegeben (1:2 in Schwalmstadt, 1:2 in Griesheim, 0:3 gegen Oberrad). Und: Oft vergaß es der FCE, sich für gute Leistungen zu belohnen. Gegen Steinbach (0:1), in Eschborn (0:2), gegen Wehen-Wiesbaden II (0:1) oder in Flieden (1:1) war mehr drin.

„Schlimm war für mich die Niederlage in Lohfelden, als wir mal geführt haben und trotzdem 1:3 verloren“, sagte Möllmann und fügte an: „Mit etwas Glück hätten wir die Klasse halten können.“ Doch das Glück war aufgebraucht, immerhin hielt der FCE schon in der vergangenen Saison nur dank der Rückzüge von drei Mannschaften die Klasse.

Trainer Vladimir Kovacevic, der nach der Trennung von Harry Preuß das letztlich Unmögliche möglich machen sollte, sah die Sache realistisch. „Wer über 90 Minuten so viele Fehler macht wie wir, kann in der Liga nicht bestehen.“ Am Samstag in Seligenstadt bekam er in Sachen Fehlern von seinem Team erneut sehr viele zu sehen. Zu viele. 

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