FCE-Chef Dietmar Bienhaus: „Hat Spaß gemacht“

Der Vorsitzende des FC Ederbergland und der Cheftrainer auf dem Trainingsgelände in Allendorf: Dietmar Bienhaus (rechts) und Harry Preuß. Foto:  Kaliske

Allendorf/. In der kommenden Woche wird Dietmar Bienhaus seinen Vorsitz beim FC Ederbergland abgeben. „Mir hat es immer Spaß gemacht", sagt er im Interview.

Herr Bienhaus, kommen wir gleich zur wichtigsten Frage. Seit 2009 stehen Sie an der Spitze des FC Ederbergland. Und jetzt soll Schluss sein?

Dietmar Bienhaus: Das stimmt, ein Nachfolger ist auserkoren. Und der Vorstand wird etwas aufgestockt. Es gibt eine neue Aufgabenverteilung, eine neue Struktur. Wir werden das auf der Jahreshauptversammlung vorstellen.

Zur neuen Besetzung können Sie vorher nichts sagen?

Bienhaus: Nein, da will ich nicht vorgreifen. Wir haben alles so weit vorbereitet. Ich denke, dass die Versammlung mit dem, was wir vorlegen werden, mitgehen kann.

Wird der Vorstand so ähnlich aussehen wie aktuell?

Bienhaus: Es wird drei bis vier weitere Positionen geben. Wir haben das Ganze auf mehr und breitere Schultern verteilen können.

Wenn Sie auf ihre Amtszeit zurückblicken, gab es da eine Entscheidung, die besonders schwer zu treffen war?

Bienhaus: In einem Gebilde wie dem FC Ederbergland ist alles etwas anders wie in einem normalen Verein. Wir müssen ja kooperieren mit unseren Altvereinen TSV Battenberg und SV Allendorf. Mit den beiden Marketinggesellschaften dieser Vereine unterhalten wir entsprechende Verträge. So ist es ein Geflecht von fünf Organisationen. Und die alle unter einen Hut zu bekommen, das ist nicht immer einfach. Das heißt: Viele Entscheidungen können gar nicht allein vom FCE getroffen werden, sondern gehen nur in Abstimmung. Das hängt mit Sponsorenrechten, mit Besitzrechten der Sportstätten zusammen und so weiter. All das macht das Leben im FCE nicht unbedingt leicht, aber auf der anderen Seite interessant und erfordert viel Geschick und Organisationstalent.

Zweiter Anlauf, ihre schwierigste Entscheidung war …

Bienhaus: Es waren schwierige Entscheidungen dabei, aber keine, bei der ich sagen könnte, das war die schwierigste. Mir hat es immer Spaß gemacht. Ich werde den neuen Vorstand ja in anderer Funktion weiter unterstützen.

„Hessenliga ist nach wie vor unsere Zielsetzung“

Im März 2013 haben Sie gesagt, Hessenliga sei zu dem Zeitpunkt das Optimum für den FC Ederbergland. Gilt diese Aussage heute noch?

Bienhaus: Nach wie vor ist unsere Zielsetzung, Hessenliga-Fußball anzubieten. Die Struktur der umliegenden Vereine und der Jugendarbeit im Sportkreis ist aber schwierig, da haben es andere in den Bereichen Gießen, Wetzlar oder Dillenburg schon leichter. Die Hessenliga zu halten ist beim aktuell nicht sehr glücklichen Tabellenstand und unserem dünnen Kader, der zudem sehr verletzungsgeplagt ist, schwer. Wenn wir absteigen sollten, dann greifen wir direkt wieder an.

Die Mannschaft hat es nicht leicht, wo gibt es da noch Probleme?

Bienhaus: Die Mannschaft arbeitet gut, trainiert gut. Es besteht ein guter Mix aus Jung und Alt. Man kann es Schicksal oder Pech nennen: Seit drei Jahren bereiten uns Verletzungen richtig Probleme. Wir haben andere Trainingsmethoden probiert, Fitnessstudio verordnet. Trotzdem haben spielentscheidende Akteure immer wieder schwere Verletzungen erlitten.

Oleg Schneider und Jan Eberling haben nach ihren Knieoperationen noch nicht wieder gespielt. Wen hatte es außerdem erwischt?

Bienhaus: In dieser Runde haben wir mit Robin Wissemann nach Artur Besel und Dennis Meyer den dritten Kreuzbandriss. Das ist schon sehr außergewöhnlich. Felix Nolte hatte Anfang der Runde den Bänderriss - all das können wir nicht kompensieren.

Müsste der Verein da nicht sofort reagieren und schnell Ersatz besorgen?

Bienhaus: In einer strukturarmen Region ist das schwer. Außerdem müssen wir uns an Wechselfristen halten. Im übrigen müssen wir Rücksicht nehmen auf berufliche Entwicklungen bei unseren Spielern, auf Studierende, dass uns auch mal Spieler während der Runde verlassen. Da haben es Vereine in den Ballungszentren vielleicht leichter.

Können Sie von den Vereinen aus dem Kreisgebiet in dieser Beziehung profitieren?

Bienhaus: Schlecht ist, dass es außer unserer zweiten Mannschaft keinen weiteren Gruppenligisten hier gibt. Der Sprung junger Spieler von der A- oder Kreisoberliga in die Hessenliga ist relativ groß. Wir sprechen immer mal wieder Talente aus den umliegenden Vereinen an. Es hat jeder die Möglichkeit, es bei uns zu versuchen. Im Gegenzug: Wenn uns erfahrene Spieler wieder Richtung ihrer Heimatvereine verlassen, helfen sie dort mit ihrer bei uns gesammelten Erfahrung gut weiter. Das ist ein Geben und ein Nehmen, ich glaube, so herrscht ein ganz gutes Klima.

Haben sich die Zuschauerzahlen auf das von Ihnen erhoffte Niveau eingependelt?

Bienhaus: Jeder Zuschauer, der mehr kommt, zeigt, dass wir guten Fußball bieten und dass wir im Umfeld gute Arbeit leisten. Dass wir keine tausende Fans in der Hessenliga erwarten können, das ist nun mal so. Dafür wird neben dem Sport zu viel angeboten. In den letzten drei Jahren sind die Zahlen stetig nach oben gegangen. Wir liegen in der Haushaltsplanung in dem Zeitraum immer über dem Ansatz.

Bei A- und B-Junioren stellt der FCE aktuell kein Gruppenligateam. Wo hapert es im Jugendbereich?

Bienhaus: Wir wissen, dass wir da Nachholbedarf haben, und sind dabei, auch Strukturen in der Jugend zu ändern. Zukünftig müssen unsere Trainer eine Lizenz besitzen. Betreuer und Co-Trainer, die sie unterstützen, können ihre langjährige Erfahrung einbringen, ohne das auf einem Schein nachweisen zu müssen. Mit Bundesligist SC Paderborn haben wir eine kleine Kooperation geschlossen: Es geht um Erfahrungsaustausch und gemeinsame Seminare. Momentan hat Paderborn mit der ersten B-Jugend ein Trainingslager bei uns angemeldet, von dessen Erfahrungen beide profitieren können.

Noch einmal zurück zur ersten Mannschaft: Wäre die Regionalliga ein seriöses Ziel für Ederbergland?

Bienhaus: Die Regionalliga ist zwar noch Amateurfußball, aber ist schon ganz nah am Profibereich dran. Und das zu finanzieren, ist nach meinem Ermessen in der Gegend hier nicht darstellbar. Ganz abgesehen von den hohen Auflagen: Allein die Sportstätte, die erforderlich wäre, um Regionalliga genehmigt zu bekommen, die können wir zur Zeit nicht bieten.

Von Hans Dreier

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