Gemeinsam zum perfekten Start: Eine Analyse zum KSV Baunatal

Zusammen sind sie stark: Der Fußball-Hessenligist KSV Baunatal überzeugt in dieser Spielzeit vor allem durch mannschaftliche Geschlossenheit. Hier freuen sich (von links) Nico Schrader, Malte Grashoff und Manuel Pforr. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Das letzte Mal, als der KSV Baunatal als Fußball-Hessenligist ein Auftaktspiel gewann, da folgten noch drei weitere Siege und am Ende stiegen die VW-Städter in die Regionalliga Südwest auf.

Damals, in der Saison 2012/2013, holten sie letztlich aus fünf Spielen zwölf Punkte. In dieser Saison haben sie schon mindestens einen Erfolg draufgelegt. Trainer Tobias Nebe will von Aufstiegsambitionen aber noch nichts hören und sagt: „Unser Ziel war es, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben und einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen.“ Was macht die Baunataler derzeit so gut? Gründe für den Erfolg:

Die Taktik 

Viel hat sich nicht geändert. Nebe sagt: „Wir haben jetzt mal die Dreierkette ausprobiert. Aber taktisch ist das eigentlich das, was wir auch im vergangenen Jahr meistens gespielt haben.“ Die Baunataler laufen zumeist im 4-2-3-1 auf - wirken aber viel stabiler in den einzelnen Mannschaftsteilen als noch in der Saison zuvor. Im defensiven Mittelfeld sorgte zuletzt gegen Watzenborn-Steinberg Vyacheslav Petrukhin, Neuzugang aus Lohfelden, im Verbund mit Malte Grashoff für viele Ballgewinne und körperliche Präsenz in der Luft.

Die Abgänge

Meist sind es ja die Zugänge, die eine Mannschaft stärker machen. Bei Baunatal scheint es aber fast so, als hätten einige Abgänge der Mannschaft gutgetan. Und das überrascht noch mehr bei Namen wie Ingmar Merle und Antonio Bravo Sanchez - individuell unbestritten beides gute Fußballer.

Tobias Nebe

„Ich bin sicherlich nicht froh, einen wie Ingmar Merle verloren zu haben“, sagt Trainer Nebe dennoch. Es wirkt aber so, als habe das Team den Abgang zweier Führungsspieler gut verkraftet.

In solchen Situationen gibt es zwei Möglichkeiten: Die Abgänge hinterlassen ein Vakuum, es fehlt einer, der vorangeht, die Mannschaft mitreißt und motiviert. Oder dieses Loch, das entsteht, wird durch viele einzelne Spieler geschlossen. So sieht es derzeit bei den Baunatalern aus. Statt einiger weniger übernehmen alle Verantwortung - und das funktioniert. Mehr noch, es scheint das Team sogar stärker zu machen, wenn Verantwortung verteilt wird.

Die Neuen 

Dennoch sind auch einige Neue nicht unbeteiligt, wenn es um den Aufschwung in Baunatal geht. Petrukhin wurde schon angesprochen. Mirko Tanjic fehlte zwar zuletzt wegen Wadenproblemen, ist mit drei Treffern aber der erfolgreichste Torschütze. Egli Milloshaj kam aus Vellmar und hat es direkt zum Stammspieler gebracht. Und nicht zuletzt der erst 19-jährige Changdae Han. „Er kam aus der A-Jugend und hat sicherlich die größte Entwicklung gemacht“, sagt Nebe. „Wir haben erst überlegt, ob er in der ersten oder zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt.“

Zuletzt stand Han nun sogar zweimal in der Startelf, war bei jedem Einsatz an einem Tor beteiligt und steht mittlerweile bei fünf Vorlagen und einem Treffer. Gegen Watzenborn wirbelte der 19-Jährige im offensiven Mittelfeld und bereitete zwei Tore vor.

Die Einstellung 

In Baunatal ist derzeit das Phänomen zu erkennen, dass eine intakte Mannschaft stärker ist als viele individuell gute Spieler. „Wir haben Spaß. Die, die nicht spielen, reden nicht, sondern arbeiten im Training. Wir sind enger zusammengerückt, zeigen mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt Nebe. So hat der KSV Baunatal den perfekten Start hingelegt - gemeinsam.

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