Hessenligist KSV Baunatal vergibt zig Chancen und verliert 1:4 gegen Stadtallendorf

Zu harmlos vor dem Tor

Tribünengäste: Lohfeldens Vorsitzender Willi Becker (links) und Baunatals Sponsor Gerhard Klapp.

Baunatal. Den Spielern des KSV Baunatal dürfte am Samstagnachmittag eine altbekannte Fußballweisheit durch den Kopf gegangen sein: Wer vorn die Dinger nicht macht, wird hinten bestraft. 14 hochkarätige Chancen vergab der Hessenligist gegen Eintracht Stadtallendorf. Was noch hinzukommt: Die Nordhessen waren nicht nur zu harmlos vor dem gegnerischen Kasten, sie luden die Gäste auch noch durch individuelle Fehler zum Toreschießen ein. Somit kassierte Baunatal eine saftige 1:4 (0:2)-Niederlage.

Aber selten hat ein Ergebnis so wenig zum Spielverlauf gepasst wie am Samstag im Parkstadion. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, beschrieb Tobias Nebe seine Ratlosigkeit. Er hätte lieber schlecht gespielt, aber dafür ein schmutziges 1:0 gelandet, sagte der KSV-Trainer. Stattdessen machte seine Mannschaft „ein richtig gutes Spiel“, wie Manuel Pforr sagte. Der Stürmer hatte in der 72. Minute mit seinem Treffer zum 1:2 noch einmal Hoffnung aufkeimen lassen. Doch es passte zu diesem Nachmittag, dass Stadtallendorfs Dominik Völk nur acht Minuten später einfach mal abzog und aus dem Nichts das 3:1 für die Gäste erzielte.

Dieser Schuss war überhaupt erst die dritte – sagen wir – Annäherung ans Baunataler Tor. Stadtallendorfs 1:0-Führung durch Kevin Bartheld resultierte aus einem groben Schnitzer von KSV-Torwart Tobias Schlöffel (13. Minute). Beim 0:2 wurde der 30-Meter-Freistoß von Ariel Szymanski unglücklich und unhaltbar abgefälscht (43.), und vor dem 1:4 in der Nachspielzeit durch Natnael Tega patzte der ansonsten prima aufgelegte Malte Grashoff. Nach dem 3:6 in Frankfurt in der Woche zuvor blieb Nebe nur dieses Fazit: „Jetzt haben wir schon wieder auf den Arsch gekriegt.“

Völlig absurd. Denn die Baunataler haben über 90 Minuten im Grunde keine Chance aus dem Spiel heraus zugelassen. Sie standen kompakt, zeigten tolle Kombinationen, ließen trotz der überraschenden Gegentreffer nicht die Köpfe hängen und bewiesen Moral. Ein Dilemma gab es allerdings, und das brachte Pforr auf den Punkt: „Leider waren wir nicht kaltschnäuzig genug.“ Allein mit der Beschreibung aller vergebenen Baunataler Chancen ließe sich ein kompletter Artikel füllen.

Und plötzlich muss sich der Regionalliga-Absteiger in der Tabelle nach unten orientieren. So würde das nichts werden mit dem Aufstieg, sagte ein angefressener Antonio Bravo-Sanchez. „Wir spielen super Fußball, aber es bringt nichts. Da fällt mir echt nichts mehr ein“, schimpfte der Techniker. Ihm sei gesagt: Wer die Chancen nicht nutzt, wird eben bestraft.

Von Robin Lipke

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