Baunataler 4:0-Sieg fällt zu hoch aus – Tanjic trifft zweimal, und Grashoff glänzt im Mittelfeld

Hessenliga-Derby: Vellmar verkauft sich unter Wert

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Rasanter Zweikampf: Vellmars Sinan Üstün (links) und der Baunataler Patrick Krengel. 

Baunatal. Der erste Derbysieger in der noch sehr jungen Saison der Fußball-Hessenliga heißt KSV Baunatal, und bald fragt niemand mehr, ob das 4:0 gegen den OSC Vellmar unverhältnismäßig hoch ausgefallen ist oder genau dem Spielverlauf entspricht.

Es ist unverhältnismäßig hoch ausgefallen. Drei Gründe, warum der KSV Baunatal am Freitag im heimischen Parkstadion so hoch gewonnen hat.

1. Baunatal war effektiv, Vellmar hat selbst klare Torchancen ausgelassen. Viele Spiele im Baunataler Parkstadion sind nach dem folgenden Schema abgelaufen: Der KSV spielte schön, hatte viel Ballbesitz, aber vergab zu viele Torchancen. Am Freitag war das anders, denn Mirko Tanjic ist wieder da. Der Mittelstürmer hat den Ruf, zu den Spielern zu zählen, die ihr Talent vergeuden, weil sie zu faul sind und in so manchen Situationen die falschen Entscheidungen treffen.

Gegen dieses Urteil - oder Vorurteil - kämpft Tanjic jetzt an. Er ist fleißiger und vernünftiger geworden, hat abgenommen und vor dem Spiel gegen Vellmar dem erkrankten Mannschaftsbetreuer Hagi Demircan versprochen, für ihn zur Genesung zwei Tore zu schießen. Demircan war im Stadion, Tanjic schoss seine zwei Tore und feierte sie in Demircans Armen.

Vellmar hat keinen Mirko Tanjic, aber einen Mittelstürmer, der ebenfalls Erstaunliches leistet. Marko Utsch hat bisher für den Gruppenligisten SG Calden/Meimbressen Tore geschossen. Er ist schon 24, und das ist eigentlich fast zu spät, um endlich den Sprung in die Hessenliga zu wagen.

Der Unterschied zwischen der Hessen- und der Gruppenliga ist ungefähr so groß wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht, aber Utsch hat das eigentlich Unmögliche schon nach wenigen Wochen geschafft. Er hat zwar in Baunatal kein Tor geschossen, aber es war nicht zu übersehen, dass er schon mit gestandenen Hessenligaspielern mithalten kann.

2. Glogic war gut, aber Grashoff war besser. Wenn Enes Glogic einen guten Tag hat, dann dominiert der OSC Vellmar häufig im Mittelfeld. Am Freitag hatte Glogic einen guten Tag, aber der beste Mittelfeldspieler auf dem Platz war ein Baunataler und hieß Malte Grashoff.

Der 25-jährige Bremer war Aushilfe in der Abwehr, agierte als Staubsauger vor der Abwehr, war Initiator vieler Angriffe und stürmte auch mit, wann immer sich dazu die Gelegenheit bot.

3. Vellmars Abwehr war schwach, Baunatals Abwehr war ein bisschen besser. „Nach dem 0:2 haben wir sehr viele Fehler in der Defensive gemacht“, sagte Vellmars Trainer Mario Deppe. Es war noch schlimmer. Nach dem 0:2 hat der OSC das Verteidigen eingestellt, und es begann die Phase, in der der KSV Baunatal sogar noch mehr als zwei Tore hätte schießen können, aber es war so, wie Trainer Tobias Nebe feststellte: „Wir haben immer die falschen Entscheidungen getroffen. Wer hätte abspielen müssen, hat selbst auf’s Tor geschossen und umgekehrt.“ Die leise Kritik aber änderte nichts daran, dass Nebe mit dem Verlauf der zweiten Halbzeit zufrieden war, denn bald fragt niemand mehr, ob der OSC Vellmar zum Schluss noch viel oder eher wenig Gegenwehr geleistet hat.

Baunataler Glück im Unglück: Die Fußverletzung bei Mario Wolf ist weniger schlimm als erwartet. Ein Mittelfuß- oder Knöchelbruch ist es jedenfalls nicht.

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