FC Ederbergland nach gutem Start wieder mitten drin im Kampf um den Klassenerhalt

Hinten gut, vorne klemmt’s

Torflaute: Nur 20 Mal durfte der FC Ederbergland so jubeln wie Felix Nolte (vorne) und seine Mitspieler auf diesem Bild. Foto: zhw/nh

Allendorf/Battenberg. Die gute Nachricht ist, dass aus der Fußball-Hessenliga wohl nur vier anstatt fünf Mannschaften absteigen. Die schlechte Nachricht ist, dass der FCE derzeit auf dem ersten Abstiegsplatz liegt. Zwar ist der Abstand zum rettenden Ufer nicht groß, aber klar ist: Ederbergland braucht erneut eine starke Restrunde, um weiter seinen Startplatz in Hessens höchster Amateurklasse zu behalten.

Wunsch und Wirklichkeit

Natürlich war der Klassenerhalt das Ziel. Nach einer Serie von zehn Spielen ohne Sieg ist mehr auch nicht zu erreichen. Zwischenzeitlich glaubte man sich ob eines fünften Platzes in Sicherheit. Doch die Realität holte den Verein schnell wieder ein. Viele Verletzungen zwangen den neuen Trainer Harry Preuß immer wieder zu Umstellungen. Sogar René Eickhoff wurde reaktiviert. Einen Wunsch erfüllte die Mannschaft ihrem Trainer, der angetreten war, die Flut an Gegentoren (81) in der vergangenen Saison zu senken. Nur 26 Treffer kassierte der FCE. Was einen besseren Tabellenplatz verhindert ist die Flaute in der Offensive: 20 Tore stehen auf der Habenseite, davon allein acht in zwei Spielen gegen Vellmar. Von den 57 der vergangenen Saison ist man weit entfernt.

Alt und neu

Preuß konnte auf bewährte Hessenligakräfte zurückgreifen, allerdings nur in der Vorbereitung. Mit den Verletzten kam dann die Chance für die Neuen, die durchweg überzeugten. Arthur Besel spielte sich von Beginn an in die Mannschaft, auch der Defensivspieler Sadettin Taskiran hat elf Einsätze absolviert. Die Überraschung ist Michael Möllmann. Er spielt seit der Gründung des FCE für den Verein und ließ sich mit 34 Jahren zum linken Verteidiger umfunktionieren, spielt aber auch mal in der Innenverteidigung oder im defensiven Mittelfeld. Immer wieder für Diskussionen sorgt der stetige Torwartwechsel. Sebastian Wack war vor der Saison als die Nummer eins ausgegeben. Während seiner Hochzeitsreise spielte sich Dominik Geiss in die Mannschaft. Seither hat Preuß die Qual der Wahl – und wechselt munter durch.

Licht und Schatten

Die Punkte wurden allesamt in Spielen geholt, in denen die Mannschaft mit Herz bei der Sache war und jeder für seinen Mitspieler kämpfte. Bei den Niederlagen gegen die Kellerkinder der Liga hingegen schien sich jeder auf den anderen zu verlassen – mit dem Tiefpunkt beim 1:2 beim abgeschlagenen Schlusslicht Schwalmstadt. An keinem Spieler lässt sich dies einfacher abbilden als bei Carlos Arsenio: Von genial bis hin zu Lustlosigkeit zeigte er alles.

Taktik

Hier hat sich die Mannschaft weiterentwickelt. Besonders die Kompaktheit macht den Gegnern zu schaffen, wie man an der geringen Anzahl der Gegentreffer erkennt. Zuletzt ließ Preuß im 4-1-4-1 oder 4-4-1-1-System auflaufen, was dem Team gut liegt. Preuß zog Felix Nolte ins Mittelfeld, was den Gegnern mehr Probleme bereitet.

Prognose

Fünf Heim- und sieben Auswärtsspiele muss der FCE noch bestreiten. Das ist nicht gut, wenn man bedenkt, dass Ederbergland auf fremden Plätzen harmlos ist. Aufgrund der Verletzungen wird der Klassenerhalt ohne Verstärkungen schwierig werden. Dabei sind Siege gegen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt notwendig – das sollte jeder beim FCE gelernt haben.

Von Wilfried Hartmann

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