Vellmars Torwart Tobias Orth und Lohfeldens Innenverteidiger Mentor Latifi

Interview vor dem Hessenliga-Derby: „Die Anspannung ist greifbar“

Zwei, die sich am Ostermontag im Derby gegenüberstehen: Tobias Orth (links) ist Torwart beim OSC Vellmar, Mentor Latifi gehört zur Innenverteidigung des FSC Lohfelden. Foto:  Streuff

Kassel. Es ist mal wieder Derbyzeit in der Fußball-Hessenliga. Und der Spielplan hätte es kaum besser meinen können, denn am Ostermontag treffen der OSC Vellmar und der FSC Lohfelden ab 15 Uhr auf dem Sportplatz am Schwimmbad zum nordhessischen Duell aufeinander.

Wir haben vorab mit Vellmars Torwart Tobias Orth und Lohfeldens Innenverteidiger Mentor Latifi gesprochen, die in ihrer Karriere auch schon das Trikot des Gegners getragen haben.

Beide Teams stecken im Abstiegskampf. Kommt da vor dem Derby eigentlich richtige Vorfreude auf, oder ist es eher Anspannung? 

Tobias Orth: Derby hin oder her, für uns zählen nur drei Punkte. Die Anspannung ist aber schon greifbar.

Mentor Latifi: Bei uns dominiert die Lust auf das Derby. Auch wenn wir zuletzt nicht gepunktet haben, haben wir dennoch gut gespielt. Die Vorfreude ist groß, das hat man auch im Training gemerkt.

Inwieweit kann ein Sieg im Derby die restliche Saison zu einem Selbstläufer machen? 

Orth: Das ist für beide Mannschaften ein richtungsweisendes Spiel, und man kann daraus viel Kraft schöpfen. Der besondere Reiz besteht eben in der Tabellenkonstellation, da es für Vellmar und Lohfelden um viel geht.

Wie bereiten Sie sich persönlich auf ein solches Spiel vor, wie ist Ihr Tagesablauf? 

Orth: Eigentlich so wie vor jedem Spiel: Nicht zu spät aufstehen, Anspannung langsam aufbauen – dann ist man um 15 Uhr fit.

Latifi: Auch bei mir ist das wenig spektakulär, ich bin da eher der lockere Typ. Wenn ich in die Kabine gehe, höre ich Musik. Aber man muss auch wissen, wann man den Schalter umlegt.

Sie haben beide in Vellmar zusammengespielt. Was haben Sie aus der Saison 2011/2012 über den jeweils anderen noch in Erinnerung? 

Orth: Mit Mentor verbinde ich den glorreichen 4:3-Sieg gegen Waldgirmes. Roy Keßebohm war vom Platz geflogen, es hat gestürmt, geschneit, und wir lagen zur Halbzeit 0:3 zurück. Dann haben wir in Unterzahl noch vier Tore gemacht.

Latifi: Ich weiß noch, dass ich in der Halbzeit zum Schiedsrichter gesagt habe, er solle das Spiel abpfeifen. Es war so unglaublich kalt, und die Hagelkörner haben richtig wehgetan. Aber das 4:3 von Christopher Löbel in der 93. Minute war der Wahnsinn.

Wie würden Sie sich gegenseitig charakterisieren? 

Orth: Mentor ist ein feiner Kerl und für jeden Spaß zu haben. Auf ihn kann man sich immer verlassen.

Latifi: Tobi ist auch ein feiner Kerl. In manchen Situationen musste ich ihn antreiben, aber letztlich haben wir uns immer gut verstanden.

Eine klare Sache war das erste Derby der Saison, das Lohfelden 0:3 verlor. Wie bekommt man das aus den Köpfen? 

Latifi: Wenn das nicht irgendwo stehen würde, würde ich gar nicht wissen, wie wir gespielt haben. Ich kenne den nächsten Gegner, mehr interessiert mich nicht. Statistik ist nicht so meine Sache.

Warum ist Lohfelden immer noch keine Mannschaft, die um die Spitzenplätze mitspielen kann? 

Latifi: Wir spielen einfach nicht konstant genug und können unsere Leistung über 90 Minuten nicht durchhalten. Im Training sieht das immer so gut aus, aber im Spiel kriegen wir es nicht hin. Das ist echt unerklärlich.

Der OSC Vellmar spielte in der vergangenen Saison um die Spitzenplätze mit, wurde am Ende Zweiter. Ist das jetzt eine Belastung? 

Orth: Klar, weil jeder Gegner weiß, dass der Vizemeister und nicht irgendeine Kirmestruppe kommt. Bei uns ist das Problem, dass wir momentan zu wenige Tore schießen. Wir spielen gut aus der Abwehr raus, aber dann ist alles zu behäbig, dann fehlen das Tempo und die Zielstrebigkeit.

Was muss der OSC anstellen, damit 2015 endlich der erste Sieg gelingt?

Orth: Im Sturm muss einfach mal der Knoten platzen. In der vergangenen Saison haben wir zwei, drei Tore pro Spiel geschossen, und das fehlt uns jetzt einfach. In solchen Situationen gehen dann auf dem Platz schnell die Köpfe runter.

Am Montag könnte es das Duell Orth gegen Latifi vor allem bei Standardsituationen geben. 

Orth: Genau, da werden wir das eine oder andere Mal aufeinandertreffen, wenn Mentor sich nach vorne schleppt...

Latifi: Ich habe diese Saison noch kein Tor geschossen, aber für diese nette Beschreibung werde ich Tobi einen Treffer einschenken.

Und vor welchen Spielern ist der FSC Lohfelden gewarnt? 

Latifi: Die langen Einwürfe von Christian Wollenhaupt sind uns natürlich bekannt, trotzdem wird es danach immer gefährlich. Auch, weil er sich mit Dominik Lohne blind versteht.

Wie geht das Derby aus? 

Orth: Wir gewinnen 2:1.

Latifi: Wir gewinnen 2:0, und das 2:0 mache ich.

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