Ehemaliger Ederbergländer Stürmer über seinen Wechsel nach Stadtallendorf

Stürmer Felix Nolte über seinen Wechsel nach Stadtallendorf : „Ich muss hart arbeiten“

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Will sich beim Regionalligisten Eintracht Stadtallendorf einen Stammplatz erkämpfen: Stürmer Felix Nolte.

Stadtallendorf. "Ich hatte eine tolle Zeit beim FCE", sagt Felix Nolte. Doch die ist in diesem Sommer vorbei, der Stürmer hat sich dem Regionalligisten Eintracht Stadtallendorf angeschlossen. 

Im Sommer 2011 wechselte Felix Nolte vom TSV Bottendorf zum FC Ederbergland – und eben nicht nach Stadtallendorf. Dragan Sicaja hatte den Stürmer damals bereits im Blick. „Ederbergland war ein paar Tage schneller als wir“, berichtet der Eintracht-Coach.

Nolte hat seitdem mit dem FCE viel erlebt, stand vor dem Sprung zu einem Proficlub, kämpfte mit Verletzungen. Im Interview blickt der Stürmer zurück, spricht über seinen Wechsel in diesem Sommer nach Stadtallendorf.

Herr Nolte, wie gut erinnern Sie sich an den 2. November 2011?

Felix Nolte: Sehr gut. An dem Tag habe ich mit Ederbergland in Wetter das Endspiel im Regionalpokal gegen Stadtallendorf nach 0:2-Rückstand mit 4:3 gewonnen.

Nicht nur, dass Sie gewonnen haben, Sie haben auch alle vier Tore geschossen.

Nolte: Das stimmt. Danach nahm dann das Ganze seinen Lauf. Dann kamen der HSV und die Bayern, bei deren zweiten Mannschaften ich mittrainiert habe. Auch in Paderborn bin ich gewesen.

Warum spielen Sie heute nicht für einen Erst- oder Zweitligisten?

Nolte: Das habe ich mich auch oft selbst gefragt. Letztendlich hat mir Paderborn den Sprung von der Verbandsliga in die 2. Bundesliga nicht zugetraut. Beim Hamburger SV hat es nicht gereicht, da habe ich nicht überzeugt. Bei den Bayern hatte ich das Gefühl, dass ich gut war. Da war ich gut drauf, habe im Training ein Tor nach dem anderen geschossen, und dann sagt mir Michael Tarnat im Abschlussgespräch, dass ich zu alt sei. Da war ich 21.

War das Thema Profifußball damit für Sie abgehakt?

Nolte: Die Absage der Bayern war für mich ein kleiner Schlag. Man hat immer davon geträumt und steht kurz davor, es zu schaffen – dann klappt es nicht. Ich bin damals in ein Loch gefallen, es war für mich nicht einfach, das zu verarbeiten. Es gab dann zwar immer mal Anfragen, zum Beispiel von einem österreichischen Zweitligisten und auch vom SV Wehen Wiesbaden. Da war ich dann 22 oder 23 und war mir bewusst, dass es für die ganz große Karriere nicht mehr reichen würde. Mein Betriebswirtschaftsstudium war mir dann wichtiger.

Sie haben sieben Jahre für den FC Ederbergland gespielt. Warum jetzt der Wechsel nach Stadtallendorf?

Nolte: Ich hatte eine tolle Zeit beim FCE mit zwei Aufstiegen in die Hessenliga, dem Sieg im Regionalpokal, dem Finale im Hessenpokal. Es war immer cool mit den Jungs, mit denen man nicht nur zusammen gespielt, sondern auch sonst viel unternommen hat. Ich hatte aber auch das Gefühl, mir selbst etwas beweisen zu wollen und habe mir selbst gesagt: Wenn sich eine attraktive Möglichkeit ergibt, dann möchte ich sie ergreifen.

Sie haben den Großteil der vergangenen Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasst. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Nolte: Ich habe nach meiner Operation am Kreuzband viel Physiotherapie gemacht, habe mir einen persönlichen Trainer in Frankenberg genommen und habe auch viel selbst gemacht, um wieder fit zu werden. Aber natürlich ist es was anderes, im Fitnessstudio Sport zu machen, als auf dem Platz zu stehen, das habe ich am Ende der Saison gemerkt. Deshalb ist es wichtig, dass ich die Vorbereitung voll mitmachen kann.

Del-Angelo Williams hat vergangene Saison 14-mal für die Eintracht getroffen, in Zukunft spielt er für Rostock. Sehen Sie sich als sein Nachfolger?

Nolte: Er ist ein echt guter Stürmer, der sehr wichtig für die Eintracht war. Ich bin neu, ich will spielen und treffen. Aber ich sehe mich trotzdem nicht als sein Nachfolger, ich bin kein zweiter Del-Angelo. Ich bin ein anderer Spielertyp.

Haben Sie sich ein Ziel gesetzt, wie oft Sie treffen wollen?

Nolte: Nein. Ich will mir einen Stammplatz erkämpfen, dafür muss ich hart arbeiten. Und dann möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir unser großes Ziel erreichen.

Das kann nur der Klassenerhalt sein. Was macht Sie optimistisch, dass es klappt?

Nolte: Leicht wird das nicht, keine Frage. In der ersten Saison war die Eintracht für die meisten Gegner schwer einzuschätzen, das hat natürlich geholfen, die nötigen Punkte zu holen – trotzdem war es eine bemerkenswerte Leistung. Jetzt ist die Situation anders, die Eintracht ist kein unbeschriebenes Blatt mehr. Aber ich glaube, dass Stadtallendorf eines der besten Trainerteams in ganz Hessen und in der Regionalliga hat, das hört man auch immer wieder. Sie stellen die Mannschaft top ein, sie wissen genau, wie der Gegner aufläuft und wo die Schwachpunkte liegen. Und sie machen ihre Spieler besser. Das ist ein großes Plus.

Von Stefan Weisbrod

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