Was war denn da los?

Vellmars Torwarttrainer Horst Kaiser war in Fulda Ersatz

In seinem Element: Horst Kaiser, vermutlich 1977 als Schlussmann des Spielvereins 06 gegen die FSV Bergshausen. Foto: repro

Vellmar. Die Resonanz war riesig. „Gefühlte 25.000 WhatsApp-Nachrichten“ erhielt er nach eigenen Worten. Und die Anfrage der Mannschaft, „meinen Einstand zu bezahlen“. Wozu aber das Ganze, denn schließlich ist Horst Kaiser Torwarttrainer und nicht Spieler von Fußball-Hessenligist OSC Vellmar?

Weil mit Hannes Peschutter der zweite Torhüter des OSC verletzt ist und auch Alexander Bayer, Schlussmann der Reserve, angeschlagen war, saß der 65-jährige Kaiser beim Spiel des OSC in Fulda auf der Bank. Aus farblichen Gründen musste Torhüter Tobias Orth vor dem Anpfiff das Trikot wechseln und trug nun genau wie Kaiser die Nummer zwölf. Was unseren Fuldaer Mitarbeiter dazu brachte, die Schlussleute zu verwechseln.

Horst Kaiser

Und so war bei uns zu lesen, dass Kaiser mit einer prächtigen Parade gegen den Fuldaer und ehemaligen Kasseler Ingmar Merle rettete. Tatsächlich war es Orth, was Kaiser mit einem Anruf in der Redaktion klarstellte. „Ehre, wem Ehre gebührt“, betonte Kaiser, der aber tatsächlich beinahe zum Einsatz gekommen wäre. „Tobias ist umgeknickt und hat sich verletzt. Danach habe ich ihn wie einen Boxer in dessen Ecke gecoacht und versucht, die Schmerzen wegzureden“, schildert Kaiser die Schrecksekunde.

„Angst davor, spielen zu müssen, hatte ich nicht. Man kann sich bei so etwas die Krone aufsetzen oder sich blamieren. Aber es muss nicht sein. Runter komme ich ja noch gut, aber hoch nicht.“

Zum Glück biss sich Orth eisern durch, und Kaiser blieb der erste Auftritt in einem Pflichtspiel seit einer halben Ewigkeit erspart. 1984 war er zum OSC gekommen, trainierte zwei Jahre lang die erste Mannschaft und bildet seit mehr als zehn Jahren die Torhüter der Vellmarer aus.

Fit hält sich der frühere KVG-Angestellte, während seiner Laufbahn für zahlreiche Vereine tätige Rentner auf vielfältige Art. Auch im Training des OSC. „Das geht ganz gut, aber die Knochen tun schon weh“, berichtet Kaiser.

Wie aber war der Tenor in den Nachrichten? „Naja, viele haben schon gefragt, ob ich noch bei Sinnen bin“, gesteht Kaiser. Weil alles aber ganz anders war, konnte er die Besorgten schnell beruhigen.

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