Interview mit Lohfeldens Fußballer Daniel Beyer über den Derbysieg, fehlende Konstanz und seine Zukunft

„Jeder muss sich hinterfragen“

Wohin führt der Weg des FSC Lohfelden, wohin führt der Weg von Daniel Beyer? Am Wochenende trifft der 32-Jährige mit seinem Team in der Fußball-Hessenliga auf den FC Ederbergland. Foto:  Fischer/nh

Lohfelden. Nach dem 1:0-Derbysieg in Vellmar steht für den FSC Lohfelden am Samstag wieder der Alltag auf dem Programm: Ab 15 Uhr empfängt die Mannschaft von Trainer Otmar Velte den FC Ederbergland im Nordhessenstadion.

Vor der Partie haben wir mit Daniel Beyer gesprochen, der als einer von sechs Hessenligaspielern in dieser Saison noch keine einzige Sekunde verpasst hat.

Wie lang haben Sie denn den Derbysieg noch ausgekostet?

Daniel Beyer: Also ich musste ja am nächsten Tag wieder arbeiten, deshalb hielt es sich im Rahmen. Aber ein paar Jungs sind schon noch mal losgezogen, und ich denke, dass wir uns das nach den ganzen schlechten Wochen auch verdient haben.

Haben Sie im Laufe der Woche noch einige Spitzen in Richtung Vellmar verteilt?

Beyer: Also ich jetzt nicht, aber unsere ehemaligen Vellmarer Spieler Roy Keßebohm, Mentor Latifi und Enes Glogic hatten da schon ein bisschen mehr Kontakt. Und da gab es sicher auch den einen oder anderen Spruch.

Wie haben Sie nach dem Spiel die Stimmung beim OSC Vellmar wahrgenommen?

Beyer: Im Vereinsheim hat man schon gesehen, dass die Vellmarer Spieler komplett niedergeschlagen waren, aber das wäre bei uns ja nicht anders gewesen. Und man darf nicht vergessen, dass auch wir mit diesem 1:0 nur den ersten Schritt aus der Abstiegszone gemacht haben – mehr nicht.

Wieviel Auftrieb kann dieser Derbysieg denn geben?

Beyer: Das wird man am Samstag gegen Ederbergland sehen. Nur wenn wir dort gewinnen, ist auch der Derbysieg eine Menge wert. Zudem kehrt dann das Selbstvertrauen nach und nach zurück, und wir haben mit dem Restprogramm gegen fast ausschließlich direkte Konkurrenten beste Chancen auf den Klassenerhalt.

Sie haben in dieser Saison jedes Spiel über 90 Minuten bestritten. Wie erleben Sie die schwankenden Leistungen auf dem Platz?

Beyer: Das ist unglaublich schwer zu erklären. Wir haben nur einmal wirklich konstant gespielt, da verloren wir fünfmal in Folge. Aber einen Grund, warum wir nicht mal fünfmal in Folge gewonnen haben, kann ich auch nicht liefern.

Sie sind jetzt fast fünf Jahre in Lohfelden. Warum ist der FSC noch immer keine Spitzenmannschaft in der Hessenliga?

Beyer: Die Stimmung in der Mannschaft ist nach wie vor gut, aber auf dem Platz ist das Zusammenspiel oft ein Problem. Zudem funktionierten wir in den vergangenen Jahren nicht immer als Team. Die individuelle Klasse ist zweifelsohne gegeben, aber jeder Einzelne muss sich auch immer wieder hinterfragen, warum es mit dem FSC Lohfelden nicht für ganz oben reicht.

Mit 32 Jahren sind Sie einer der erfahrensten Spieler im Lohfeldener Team. Haben Sie sich schon hinterfragt, wie es nach der Saison weitergeht?

Beyer: Als Ziel habe ich mir gesetzt, dass ich noch zwei Saisons auf diesem Niveau spielen will. Motivation und Leidenschaft sind weiterhin enorm groß, und ich kann mir nicht vorstellen, jetzt schon mit dem Fußball komplett aufzuhören.

Und der Klassenerhalt mit dem FSC Lohfelden könnte sich positiv auf eine Vertragsverlängerung auswirken.

Beyer: Ja, absolut. Für mich zählt auch nichts anderes als die Hessenliga, und ich würde gern in Lohfelden bleiben. Da wir aber momentan noch mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt stecken, habe ich mir über die kommende Saison noch keine Gedanken gemacht.

Gegen Ederbergland steht am Samstag zumindest ein kleines nordhessisches Derby auf dem Programm. Wird danach auch wieder gefeiert?

Beyer: Das hoffe ich. Dafür müssen wir eine ähnliche spielerische Klasse wie gegen Vellmar an den Tag legen.

Und Daniel Beyer muss wie beim 3:0 im Hinspiel wieder einen Elfmeter verwandeln?

Beyer: Darüber würde ich mich natürlich besonders freuen. Wenn wir danach gewinnen, ist es umso besser.

Von Torsten Kohlhaase

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