Fußball-Hessenliga: Keim mächtig angefressen

FCS verliert 1:3 in Vellmar - Leistung passt, Verhalten nicht 

Hätte aus der einen oder anderen Konterchance mehr Kapital schlagen müssen: Schwalmstadts Ricardo Seck (links, hier gegen Vellmars Stefan Matzenmiller). Foto: Fischer

Vellmar. Am ärgerlichsten war nicht die 1:3 (1:2)-Niederlage. Auch wenn die Hessenliga-Fußballer des 1. FC Schwalmstadt im Nordhessen-Duell beim OSC Vellmar durchaus etwas Zählbares hätten mitnehmen können.

Zumindest enttäuschend war die Vorstellung des Unparteiischen, der die Partie nie in den Griff bekommen und viel Unruhe hineingebracht hatte. Erschütternd war allerdings das Bild, das einige Spieler des Schlusslichts im ersten Durchgang abgaben. Teilweise schnauzten sie sich gegenseitig auf dem Platz an.

Weshalb Trainer Christoph Keim „mit dem Verhalten“ in keinster Weise einverstanden und auch noch nach dem Schlusspfiff stinksauer war. Ihm blieb in der Pause nur eine Möglichkeit: Akteure auswechseln. Sowohl Andre Meier als auch Antonio Bravo-Sanchez verließen zum zweiten Abschnitt frisch geduscht und in Trainingsklamotten die Kabine.

„Wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gezeigt“, bilanzierte Keim die sportliche Leistung seiner Schützlinge. Zwar hätte der Gast auch früh in Rückstand geraten können (2.), als Jannik Weingarten nach Doppelpass mit Pascal Kemper nur knapp den Kasten von Torwart Dominic Weiland – er vertrat den verletzten Alessandro Seck (Fersenprellung) - verfehlte. Dann aber fiel das Schwälmer 1:0: Rolf Sattorov war nach tollem Direktpassspiel von Bravo-Sanchez und Ricardo Seck eiskalt (4.). „Der Treffer hat uns Schwung gegeben. Wir hätten diese Führung zumindest bis in die Pause bringen müssen“, meinte der Torschütze.

Doch innerhalb von nicht einmal einer Viertelstunde hatte Vellmar, das insgesamt nicht so geschickt agierte wie in den vergangenen Wochen, die Partie gedreht: durch Tore von Felix Bredow (11.) und Dennis Schanze (19.), wobei Weiland beim 1:2 keine glückliche Figur machte. Ansonsten war auf den Nachwuchsmann Verlass, der einige Male glänzend parierte.

Etwas mehr zu tun hatte sein Gegenüber Tobias Orth, weil Schwalmstadt nach Steilpässen von Bravo-Sanchez wiederholt brandgefährlich war. Ricardo Seck (10., 12.) hätte das Leder ins OSC-Gehäuse bugsieren können. In der 24. Minute war Orth bei Versuchen von Steven Preuß (Freistoß) und Sattorov zur Stelle. Kurz vor dem Wechsel wurde ein Kopfball von Fabian Seck auf der Linie geklärt (41.).

Nachdem Vellmars Schanze mit einem Schuss aus der Distanz Pech gehabt (58.), sein Mitstreiter Kemper in Weiland seinen Meister gefunden (62.) und Abwehrmann Maik Siebert die Ampelkarte gesehen hatte (64.), keimte noch einmal Hoffnung beim FCS auf. Der eingewechselte Jan Henrik Wolf zwang wenig später Orth zu einer Glanztat (68.). Dann schwächten sich die Keim-Schützlinge selbst. Timo Brauroth handelte sich nach einer Undiszipliniertheit (75.), Ricardo Seck (86.) nach einem Gerangel den Gelb-Roten Karton ein (86.). Dazwischen bestrafte Kemper einen missglückten Rückpass von Fabian Seck mit dem Tor zum 3:1-Endstand (80.).

Von Björn Mahr

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