Debakel: Der FSC Lohfelden ist gegen Seligenstadt völlig von der Rolle

Es lässt sich nicht erklären

Kopfballduell verloren: Mirko Tanjic (links) zieht gegen Michele Piarulli den Kürzeren. Foto: Schachtschneider

Lohfelden. Wer das 1:6 des Fußball-Hessenligisten FSC Lohfelden gegen die Sportfreunde Seligenstadt erklären will, der riskiert, sein gesamtes Vermögen an das Phrasenschwein zu verlieren. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, das unfassbare Resultat zu erklären. Man hat die Wahl zwischen „Der Ball ist rund“ oder „So ist Fußball“.

Natürlich helfen die Superfloskeln den gedemütigten Lohfeldenern nicht weiter, aber auch Ersatztrainer Daniel Beyer - Otmar Velte ist erkrankt - war ratlos und sagte: „Manchmal kann man Fußball nicht erklären.“ So konnte Beyer nur hinzufügen, dass er sich sein Trainerdebüt schöner vorgestellt hätte und dass es keine Anzeichen dafür gegeben hätte, dass seine Mannschaft mit einem Überlegenheitskomplex in das Spiel gegangen sei.

Niemand kann erklären, warum gegen den normalerweise zuverlässigen Tormann Andre Schreiber fast jeder Schuss ein Treffer war.

Niemand kann erklären, warum das Spiel an dem normalerweise sehr präsenten Mittelfeldspieler Jannik Weingarten komplett vorbeilief.

Niemand kann erklären, warum Serdar Bayrak einen Pass auf den nur drei Meter neben ihm postierten Florian Heussner so hart spielte, dass der Ball fast im Schwimmbad gelandet wäre.

Und niemand kann erklären, warum sich der einstige Torjäger Mirko Tanjic in einen harmlosen Stürmer verwandelt hat, der nicht einen einzigen Zweikampf gewann.

Aber weil nicht nur Schreiber, Weingarten, Bayrak und Tanjic außer Form waren, kann man das 1:6 dann vielleicht doch irgendwie erklären. Und zwar so: Wenn 14 Spieler ein wenig schlechter spielen als normalerweise, dann läppert sich das zu einer Fehlerkette, an deren Ende eben ein 1:6 gegen die Sportfreunde Seligenstadt steht.

Und schließlich war es typisch für das denkwürdige Fußballspiel, dass der FSC Lohfelden nur deshalb zu einem Ehrentor kam, weil ihm ein umstrittener Strafstoß zugesprochen wurde. Den verwandelte Adrian Bravo Sanchez vier Minuten vor dem ersehnten Abpfiff zum 1:6-Endstand.

Hat das Resultat Auswirkungen auf die kommenden Spiele? Beyer glaubt das nicht und hofft, dass sich die Mannschaft schon in dieser Woche wieder an die besseren Tage erinnert. Der Velte-Vertreter sagt: „Wir müssen das 1:6 zwar aufarbeiten, aber dann auch schnell abhaken. Beim nächsten Spiel darf es nicht mehr in unseren Köpfen sein.“

Und weil es nun auf eine weitere Phrase nicht mehr ankommt, bleibt nur noch dies festzustellen: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Von Gerd Brehm

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