Manuel Pforr: Nach Kreuzbandriss nun Co-Trainer

+
In seinem Element: Baunatals Manuel Pforr ist vergangene Regionalliga-Saison gegen Freiburg II nur mit einem Foul zu stoppen.

Baunatal. Diese Nachricht ist richtig bitter - für den KSV Baunatal und natürlich für Manuel Pforr. Dem Angreifer des Fußball-Hessenligisten ist das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen.

Damit fällt der 26-Jährige für den Rest der Saison aus. Im Moment der Diagnose sei für ihn eine Welt zusammengebrochen.

Pforr sagt: „Das war heftig. Ich konnte und wollte es nicht glauben.“ Am Samstag im Heimspiel gegen den TSV Lehnerz (15 Uhr) muss er somit zuschauen.

Aber nicht von der Tribüne aus. Pforr wird auf der Trainerbank Platz nehmen. Nach dem Weggang von Marco Seifert zum BC Sport blieb in Baunatal der Posten des Co-Trainers bislang unbesetzt - die Aufgabe übernimmt nun der Mann aus Großalmerode. Trainer Tobias Nebe hatte die Idee. Er habe ihn nach der Hiobsbotschaft darauf angesprochen, sagt Pforr: „Er meinte, ich hätte das Ansehen innerhalb der Mannschaft, und ich könnte ihn dadurch unterstützen.“

Lange überlegen musste er nicht. Sein Herz hänge am Fußball, sagt der Spieler, der 2012 vom KSV Hessen Kassel zum Nachbarn wechselte: „So habe ich weiter Kontakt zur Mannschaft. Außerdem hatte ich schon mal darüber nachgedacht, vielleicht irgendwann als Trainer tätig zu sein.“ Auf jeden Fall freue er sich auf seine neue Rolle. Auch wenn sie nur ein schwacher Trost sei.

Natürlich sei er zunächst geknickt gewesen, als er von seiner üblen Verletzung erfahren hatte. Im Pokalspiel gegen Lohfelden am vergangenen Mittwoch passierte es in einem harmlosen Zweikampf. „Ich wollte erst mal keinen sehen und mit niemandem reden“, beschreibt Pforr seine Gefühlslage. Viele Gedanken seien ihm durch den Kopf geschossen. Vor allem machte er sich Sorgen um sein Examen - Pforr steckt mitten in den Prüfungen, er hat die Fächer Politik und Sport studiert. „Ich will Sportlehrer werden. Da geht einem der Hintern schon auf Grundeis.“

Doch Pforr ist ein durch und durch positiver Mensch. Schnell sah er, dass er Glück im Unglück hatte. Denn den praktischen Teil des Examens hatte er bereits hinter sich gebracht. Nun stünden nur noch zwei mündliche Prüfungen auf dem Programm. Außerdem hätten ihn die vielen Genesungswünsche aufgebaut. Bereits nach zwei, drei Tagen hätte er wieder optimistisch in die Zukunft geblickt. Und dann kam Nebes Angebot.

Nichtsdestotrotz könnte sich Pforr in den Allerwertesten beißen. Erst vor einem Jahr musste er wegen einer komplizierten Verletzung am Sprunggelenk unters Messer. Es folgten zähe Wochen und Monate, in denen er nie schmerzfrei auflief. Nun kam er zurück. Schnell, spritzig, kämpferisch - Pforr war in dieser Saison wieder der Alte. Das macht den Kreuzbandriss doppelt bitter.

In vier bis sechs Wochen lässt er sich operieren. Aber vorerst sitzt der Unglücksrabe auf der Trainerbank. Vermutlich. „Vielleicht hocke ich mich auch einfach auf die Wasserkiste wie Tobias Klöppner.“ Den Humor hat sich Baunatals neuer Co-Trainer nicht nehmen lassen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.