Interview: Mario Wolf und Christian Wollenhaupt übers Hessenliga-Derby am Samstag

Die Kapitäne freuen sich aufs Derby: Mario Wolf (links) vom KSV Baunatal und Christian Wollenhaupt von Gastgeber OSC Vellmar sind heiß auf die Partie am Samstag. Foto: Koch

Kassel. Sie stehen in der zehnten Saison für ihre Fußballmannschaften auf dem Platz. Christian Wollenhaupt, der nach seinem Oberarmbruch und dreimonatiger Pause wieder fit ist, für den OSC Vellmar, Mario Wolf für den KSV Baunatal. Vor dem Derby der beiden Hessenligisten am Samstag (14.30 Uhr, Stadion am Schwimmbad) sprachen wir mit den Kapitänen.

Herr Wollenhaupt, wie groß ist die Vorfreude auf den ersten Einsatz nach langer Pause?

Christian Wollenhaupt: Spielfit bin ich noch nicht. Ohnehin war ich ja ständig bei der Mannschaft.

Wolf: Er pokert noch.

Wie stehen die Chancen auf einen Einsatz?

Wollenhaupt: Die Jungs haben zuletzt in Seligenstadt gut gespielt. Ob es da Veränderungen gibt, weiß ich nicht. Wenn man jede Woche mit Verletzungssorgen antritt, muss man irgendwie über die Runden zu kommen. Das macht die Mannschaft gut.

Auf der Bank sitzen werden Sie schon?

Wollenhaupt: Das weiß ich nicht. Wenn wir nur zwei Auswechselspieler haben, dann wohl schon.

Aber wenn Trainer Mario Deppe Sie in der Schlussviertelstunde reinschicken will, dann spielen Sie?

Wollenhaupt: Ja klar. ich wäre sehr froh, wieder auf dem Platz zu stehen

Könnten Sie sich mit der Jokerrolle begnügen?

Wollenhaupt: Ich wurde zum Glück nicht oft eingewechselt. Aber einmal in Eschborn hat der Trainer mich nach 30 Minuten reingeschickt. Wir haben gewonnen.

Die Frage nach der Einsatzfähigkeit stellt sich bei Ihnen ja auch, Herr Wolf.

Wolf: Der Knöchel ist nach wie vor dick und blau. Mit Tapeverband geht es aber.

Wie schätzen Sie die Kräfteverhältnisse ein?

Wolf: Schwer zu sagen. Ich habe den OSC in dieser Saison noch nicht gesehen. Wir sind auf dem aufsteigenden Ast, aber ein Derby kann immer in alle Richtungen entschieden werden. Egal, wie die Form ist.

Wollenhaupt: Dem kann ich mich nur anschließen. Aber die Baunataler sind schon in der Favoritenrolle, weil sie viel breiter aufgestellt sind.

Herr Wolf, wie sehr beschäftigen Sie sich mit weiten Einwürfen des Gegners?

Wolf: (lacht) Bisher noch nicht. Normalerweise sind wir aber schon auf Christians Bälle eingestellt.

Aber eine klare Zuordnung gibt es dann schon?

Wolf: Ja klar. Für die Ecken gibt es das, und es gilt dann auch für diese Einwürfe.

Können Sie denn schon wieder weit einwerfen?

Wollenhaupt: Ich habe es noch nicht probiert. Wenn es im Spiel nötig ist, muss und wird es klappen. Die anderen können’s ja nicht (grinst).

Wolf: Du hast es bestimmt auf dem Nebenplatz für dich trainiert.

Einwürfe müssen nach der neuen Regel gleichmäßig mit beiden Armen ausgeführt werden. Macht es das schwieriger?

Wollenhaupt: Nein, aber ich habe natürlich prüfen lassen, ob meine Technik erlaubt ist. Im Ernst: Mit Manuel Römer hat ein Schiedsrichter gesagt, dass alles okay ist.

Herr Wolf, sie gelten als guter Freistoßschütze. Welche Absprachen treffen Sie und Ingmar Merle, der das auch gut kann?

Wolf: Das hängt davon ab, von wo geschossen wird und wer es sich zutraut. Momentan spricht nichts dagegen, wenn Inge schießt. Und Mit Antonio Bravo Sanchez und Janik Szczygiel haben wir ja noch weitere gute Schützen.

Sie zeichnen sich durch Vereinstreue aus. Wie geht das, zehn Jahre beim selben Klub?

Wollenhaupt: Der OSC ist für mich ein ehrlicher Verein. Es wird mit offenen Karten gespielt, Gesagtes wird eingehalten. Das Umfeld stimmt.

Wolf: Das Gesamtpaket stimmt. Der Stamm der Mannschaft und das Umfeld mit Trainer Tobias Nebe kennen sich jahrelang. Auch die Trainingsmöglichkeiten sind ein wichtiger Faktor.

Welche Bedeutung hätte ein Derbysieg für die Teams?

Wolf: Der gibt einen Schub, auch wenn er nur drei Punkte bringt. Man kann sich vielleicht doch noch einmal weiter nach oben orientieren.

Wollenhaupt: Ein Derbysieg wäre gut, um den Abstand nach unten zu vergrößern.

Ihr Tipp? 

Wolf: 2:0 für uns.

Wollenhaupt: 2:0 für uns.

Zu den Personen

Christian Wollenhaupt (31) kam zur Saison 2007/08 vom FTSV Heckershausen zum OSC Vellmar. Seither absolvierte er 253 Partien für die Vellmarer und erzielte 42 Tore. Er absolvierte ein Wirtschaftsstudium und arbeitet als Elektriker für Automatisierungstechnik. Wollenhaupt ist vergeben und wohnt in Kassel.

Mario Wolf (28) kam bereits in der Jugend zum KSV Baunatal. Zuvor trug er das Trikot des KSV Hessen Kassel und der JSG Fuldabrück. Wolf brachte es bisher auf 189 Einsätze für die erste Mannschaft der VW-Städter und kommt auf 19 Treffer. Er ist liiert und arbeitet als Groß- und Einzelhandelskaufmann.

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