Fußball-Hessenliga: FCE ist stark in Saison gestartet, hat aber dann stark nachgelassen

Neun Spiele, drei Punkte

Will mit seinem Team endlich wieder einen Dreier verbuchen: Ingo Miß (Ederbergland, rechts), hier gegen den Griesheimer Michel Herper. Foto: W. Hartmann

Griesheim. Mit 15 Punkten ging der FC Ederbergland in der vergangenen Saison in die Winterpause der Fußball-Hessenliga. Diese 15 Punkte hatte man in diesem Jahr bereits Anfang Oktober dank eines starken Auftritts zu Beginn der Spielzeit mit einem zeitweiligen fünften Tabellenplatz.

In den letzten neun Spielen aber gab es nur drei Punkte bei Unentschieden gegen Hadamar, Flieden und Seligenstadt. Was besonders auffällt ist die Tatsache, dass gegen die – neben dem FCE – sechs stark abstiegsbedrohten Clubs vier Spiele verloren wurden. In Darmstadt gab es einen Sieg, gegen Oberrad wird kommenden Samstag gespielt.

Zuwenig Druck auf den Gegner und zu ungefährlich über Außen. Diese Merkmale werden im Offensivspiel der Ederbergländer nach Niederlagen oft angemahnt. Beim Kick in Griesheim sollte es besser werden. Von der ersten Minute an gingen die Außenverteidiger mit Tim Biesenthal und Michael Möllmann deutlich weiter nach vorn als üblich. „Das erwarte ich auch von Außenverteidigern in der Hessenliga“, sagte Trainer Harry Preuß. Wobei wir bei einer der größten Defizite im heutigen Fußball, in diesem speziellen Fall beim FCE, wären. Das Spielsystem mit der Vierer-Abwehrkette ist nur dann effektiv nach vorn, wenn die Außenverteidiger aktiv mitarbeiten. Gute Spieler zu bekommen ist schwer. Selbst bei der Weltmeisterschaft ließ Bundestrainer Löw mangels Masse mit vier Innenverteidigern spielen. Und das auf höchstem Niveau.

Der FCE hatte in der vergangenen Saison mit Jan Eberling hinten links einen erfahrenen Spieler, der zum einen seine Seite dicht hielt, selbst nach vorn oft mit marschierte und dann noch den jungen Robin Wissemann im linken Mittelfeld dirigierte. Ohne Eberling ist Wissemann auf sich alleingestellt, sitzt derzeit nur auf der Auswechselbank.

Gegenseitig im Weg gestanden

Linker Verteidiger ist nun Michael Möllmann, der im Herbst seiner Karriere eine Position neu erlernen muss. Möllmann hält seine Seite dicht und geht nur bei Standards mit nach vorn. Druck und Überzahlspiel im Mittelfeld mit den Außenverteidigern zu erzeugen gelang zwar in Griesheim, aber auch nur deshalb, weil die Gastgeber sich mit allen Spielen bis kurz vor den eigenen Strafraum zurückzogen. Dieses Überzahlspiel war zeitweise so deutlich, dass sich vier oder fünf FCE-Angreifer gegenseitig im Weg standen.

Auf rechts geht der gelernte Stürmer Tim Biesenthal öfter nach vorn als Möllmann, dafür ist seine Seite hinten anfälliger. Die Ironie des Schicksals: Trainer Harry Preuß hat fünf Innenverteidiger (Anton Jencik, Marco Kovacevic, Sadettin Taskiran, Fabian Mohr, Pavel Ricka), mit Möllmann gar sechs. Der einzige gelernte Außenverteidiger spielt mit Jan Dreher in der zweiten Mannschaft. Es sieht beinahe nach verschwendeten Ressourcen aus, auch wenn Jencik und Kovacevic derzeit verletzt fehlen. Bei aller Kritik darf nicht außer acht gelassen werden, dass mit Dominik Karge der Kreativspieler in Griesheim verletzt passen musste und seine eventuelle Vertretung Dennis Meyer ebenfalls verletzt ausfällt. (zhw)

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