Fußball-Hessenliga: FCE-Stürmer sitzt beim 2:2 gegen Darmstadt zunächst auf der Bank

Nolte rettet Unentschieden und ist sauer

Gut gemacht: Felix Nolte (Ederbergland, rechts) wird von Ahmet Marankoz nach seinem Treffer zum 2:2 beglückwünscht. Nolte traf wenige Minuten nach seiner Einwechselung. Foto: Wilfried Hartmann

Battenberg. Nach dem 2:2 (1:1) gegen RW Darmstadt beherrschte vor allem eine Frage das Lager beim Fußball-Hessenligisten FC Ederbergland: die Verbannung von Stürmer Felix Nolte aus der Startelf auf die Ersatzbank.

Zumal die Entscheidung von Trainer Harry Preuß auch noch die pikante Note bekam, dass es Nolte war, der kurz nach einer Einwechslung mit dem Tor zum 2:2 eine Niederlage im Kellerduell verhinderte. Dabei war es nicht nur Nolte – gleich auf vier Positionen hatte Preuß sein Team umgestellt. Und dass, obwohl es für die Leistung in Eschborn trotz der 0:2-Niederlage viel Lob gegeben hatte.

Die auffälligste Personalentscheidung war sicherlich der Verzicht auf Felix Nolte in der Startelf. „Ich kann nicht verstehen, wie man einen der besten Stürmer des Vereins in so einem wichtigen Spiel draußen lässt“, war auch der Spieler selber nach der Partie sichtlich angesäuert. Harry Preuß hatte jedoch eine Begründung für seine nicht unumstrittene Maßnahme parat. „Felix hat keine gute Trainingswoche hinter sich. Da muss man auch mal sehen, dass es so nicht geht. Carlos Arsenio hingegen hat sich dort durch Leistung angeboten. Er hat im Training gezeigt, dass er will.“

Allerdings: Auf dem Feld begann Arsenio erst so richtig zu glänzen, als Nolte eingewechselt wurde und er selbst über Außen ins Spiel eingreifen konnte. Am Ende war es auch Arsenio, der den Ausgleich von Nolte mustergültig per Solo an der Grundlinie vorbereitet hatte.

Dennoch scheint es unter der Woche erheblichen Gesprächsbedarf beim FCE zu geben. Die Spieler wollten sich zu der Personalie nicht äußern und verwiesen auf die Entscheidung ihres Trainers.

Preuß hingegen blieb auch im Fall Nolte seinem Verständnis des Leistungsprinzips treu. Die schwache Vorbereitung Arsenios quittierte Preuß im Februar mit dem Reservistendasein und Einsätzen in der zweiten Mannschaft. Das hatte auch Marco Kovacevic erfahren müssen. Lustlose Vorstellungen machten ihn zu Arsenios Mannschaftskameraden in der Gruppenliga. Seine Nominierung gegen Darmstadt zu Lasten von Fabian Mohr begründete Preuß taktisch: „Mit Fabian und Pavel Ricka habe ich zwei identische Innenverteidiger. Gegen konternde Darmstädter habe ich auf Marco gesetzt, da dieser eher in der Lage ist, einen Gegner abzulaufen.“

Letztlich blieb trotz der Umstellungen nur ein Punkt – und der ist eigentlich zu wenig im Kampf um den Klassenerhalt. Gewollt haben alle den Erfolg. „Die Mannschaft ist körperlich an ihre Grenzen gegangen und hat eine riesen Laufarbeit geleistet. Außerdem ist sie nach zwei Rückschlägen jeweils wieder ins Spiel zurückgekommen“, wehrte sich Preuß gegen diejenigen, die seinem Team den notwendigen Kampfgeist absprachen. Auch Marco Kovacevic sprach davon, dass „beide Teams den Abstiegskampf verstanden und das mit Laufbereitschaft gezeigt haben“.

Kommende Woche geht es nach Hadamar. Der Abstand zu einem rettenden Tabellenplatz ist mittlerweile auf vier Punkte angewachsen. Angesichts der Lage brachte es Routinier René Eickhoff auf den Punkt: „Die Tabelle ist in den Köpfen und wir können nicht warten, bis der spielerische Glanz kommt. Es geht nur noch übers kämpfen.“

Von Wilfried Hartmann

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