Beim 0:3 gegen Lehnerz scheitert Baunatals Stürmer an seiner Abschlussschwäche und am Schiedsrichter

Pforr spielt den tragischen Helden

Nicht voll getroffen: So knapp wie hier gegen Niklas Odenwald scheiterte Manuel Pforr (links) mehrmals. Foto: Fischer

baunatal. Er hätte zum Helden werden können, aber schließlich blieb Manuel Pforr nur die Rolle der tragischen Figur. Ebenso wie seine Mitspieler präsentierte sich der Baunataler Stürmer im Spitzenspiel der Fußball-Hessenliga gegen den TSV Lehnerz in einer großartigen Verfassung, aber weil er es mehrfach nicht schaffte, beste Torchancen zu nutzen, musste der KSV Baunatal schließlich eine ganz und gar bittere 0:3 (0:1)-Niederlage hinnehmen.

Zunächst hatte Manuel Pforr kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu. Der Konjunktiv schießt zwar keine Tore, aber wenn der Baunataler Stürmer in der 13. Minute eine Zehntelsekunde früher am Ball gewesen wäre, hätte er schon frühzeitig per Volleyschuss für den ersten Treffer gesorgt. Später verfehlte Pforr mit zwei gut gemeinten Schüssen sein Ziel denkbar knapp

In der Zwischenzeit verwehrte der Frankfurter Schiedsrichter Tobias Vogel dem 28-Jährigen ein Erfolgserlebnis, denn als Pforr endlich ins Netz traf (18.), war der Abseitspfiff eine Fehlentscheidung. So war es auch in der 72. Minute. Als Manuel Pforr ein zweites Mal ins Tor traf, wurde er wieder vom Schiedsrichter enttäuscht. Erneut war alles regelkonform abgelaufen, aber Schiri Vogel hatte den Schützen im Abseits gesehen.

Kurz vor der Pause hatte der allein das gegnerische Tor ansteuernde Baunataler Stürmer in Torwart Bayar ebenso seinen Meister gefunden, wie gegen Ende der Partie bei einer ähnlichen Szene.

„Ich hab’s vermasselt“, sagt Manuel Pforr, ehe der Baunataler Stürmer hinzufügte: „Ich entschuldige mich bei der Mannschaft.“ Soviel Asche hätte er gar nicht über seinem Haupt ausschütten müssen, denn mit exzellenten Laufwegen und unwiderstehlichen Sprints hatte sich Manuel Pforr die meisten seiner Torchancen selbst herausgearbeitet. Übrigens: Von Tobias Nebe hörten weder Pforr noch dessen Mitspieler Vorwürfe. „Wir haben richtig gut gespielt“, sagte Baunatals Trainer, der zusammen mit 300 Zuschauern gesehen hatte, dass seine Mannschaft fast alle Zweikämpfe gewann und zudem jede Menge Ballbesitz hatte.

Stets war ein Baunataler anspielbar, und weil Manuel Pforr nicht der einzige Spieler war, der beste Torchancen ungenutzt ließ, hätte das Spitzenspiel statt 0:3 auch 9:3 ausgehen können, aber es steht ja nicht erst seit diesem Samstag fest, dass der Fußballgott nicht immer gerecht ist.

Die Gäste aus Lehnerz aber boten das Kontrastprogramm zur Baunataler Schussschwäche, denn aus drei Torchancen machten Jordan (45.), Sarvan (67.) und Schaaf (88.) drei Treffer. Und die nicht ganz neue Erkenntnis, die Marco Lohsse verkündete lässt sich nun mal nicht wegdiskutieren. „Fußball ist ein Ergebnissport“, sagte der Trainer des TSV Lehnerz, der gar nichts dagegen einzuwenden hatte, dass seine Mannschaft am Samstag im Baunataler Parkstadion das Glück und den Schiedsrichter auf ihrer Seite hatte.

Von Gerd Brehm

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