Porträt: Lohfeldens Vyacheslav Petrukhin trifft dreimal in vier Hessenliga-Spielen

Plötzlich ist er Torjäger

Unnachahmlich: So kennt man den Lohfeldener Vyacheslav Petrukhin, hier im Duell mit dem Ex-Vellmarer und jetzigen Teamkollegen Thomas Müller. Foto:  Fischer/nh

Lohfelden. Im Juli 2010 hat Vyacheslav Petrukhin erstmals seine Fußballschuhe für den FSC Lohfelden geschnürt. Und seitdem hat sich eine Sache nie geändert: Bei drei Toren pro Hessenliga-Saison war bislang immer Schluss für den 30-jährigen Innenverteidiger. Das könnte sich nun ändern, denn nach vier Spieltagen hat er schon wie viel Treffer auf dem Konto? Genau, drei. Zweimal war der Russe beim 2:2 gegen Flieden erfolgreich, und zuletzt schlug er ein weiteres Mal gegen Griesheim zu (3:0). Damit ist Petrukhin der derzeit beste Torschütze aller drei heimischen Klubs.

Es muss sich also etwas geändert haben beim FSC. Petrukhin sieht die Antwort in einer taktischen Umstellung: „Bei Standardsituationen gehen Mentor Latifi und ich ja schon immer mit nach vorn. Während wir zuletzt die Bälle bei Ecken und Freistöße aber eher an den kurzen Pfosten gespielt haben, kommen sie nun höher und weiter. Das liegt mir sehr viel besser“, sagt der 1,90 Meter große Abwehrspieler. Und es kommt seinem Verein zugute, denn letztmals kamen die Lohfeldener 2012 so stark aus den Startlöchern.

Von Hamann entdeckt

Mittlerweile hat Vyacheslav Petrukhin seine Heimat in Nordhessen gefunden. Aber der Weg war weit. Zunächst brachte ihn sein Vater, der bei Torpedo Moskau spielte, im Fußballinternat von Spartak unter. Mit 15 Jahre wurde der frühere russische Jugendnationalspieler schließlich bei einem Turnier in Hamburg von Werder Bremen entdeckt.

„2007 kam ich nach Kassel. Der damalige KSV-Trainer Matthias Hamann sah sich eines unserer Spiele mit dem Oberligisten VfB Auerbach an und beobachtete eigentlich einen anderen Fußballer. Letztlich muss ich ihn dann aber überzeugt haben“, erinnert sich Petrukhin. Nach eineinhalb Jahren mit nur elf Regionalliga-Einsätzen wechselte Petrukhin zum KSV Baunatal, um dann eben 2010 beim FSC Lohfelden anzuheuern.

Dort will der Vater eines Sohnes, der mithilfe des Vorsitzenden Willi Becker einen Job bei einer Spedition bekommen hat, nun hoch hinaus. „Wir haben richtig gute Spieler, nur die Stabilität und Konstanz fehlen uns noch“, sagt der Defensivspezialist, an dem sich immer wieder die Geister scheiden. Er ist nicht nur kopfballstark und torgefährlich, sondern auch für Gelbe und Rote Karten gut. „Das mache ich ja nicht mit Absicht. Allerdings scheue ich keinen Zweikampf, der an der Grenze des Erlaubten ist“, so Petrukhin.

Nach drei Toren in vier Spielen hat er aber momentan vor allem eines: Selbstvertrauen. Das ist so groß, dass er vor dem Spiel gegen Griesheim mit Teamkollege und Stürmer Mirko Tanjic wettete: „Ich wollte ihn motivieren und sagte zu ihm, dass ich mehr Saisontore schieße als er.“ Momentan steht es 3:0 für Petrukhin, der weiter knipsen will: „So zehn Treffer wären nicht schlecht.“ Und dann hätte sich seit Juli 2010 doch noch Entscheidendes geändert.

Von Torsten Kohlhaase

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