Für Fußball-Hessenligist wird Luft im Abstiegskampf immer dünner

Ratlos in Lohfelden

Ein Bild mit Symbolcharakter: Torwart André Schreiber und Innenverteidiger Viacheslav Petrukhin vom FSC Lohfelden kauern niedergeschlagen auf dem Rasen. Foto:  Fischer

Kassel. Für die Fußballer des FSC Lohfelden wird die Lage in der Hessenliga immer ungemütlicher. Auf das enttäuschende 0:0 gegen Schlusslicht Urberach folgte die herbe 0:5-Klatsche in Alzenau. Die Mannschaft steckt bis zum Hals im Abstiegskampf. Das Problem: Die jüngsten zwei Auftritte geben nicht unbedingt Hoffnung, dass sich die Nordhessen da irgendwie herausziehen können. Und das mit diesem vom Papier her top besetzten Kader.

Logisch, dass sie in Lohfelden ratlos sind. „Warum, wieso, weshalb? Das fragen wir uns im Grunde jede Woche“, sagt Torwart André Schreiber. Eine Bestandsaufnahme:

• Abstiegsregelung: Aus der Hessenliga steigen maximal fünf Teams ab. Das hängt davon ab, wie viele Vereine aus der Regionalliga absteigen, beziehungsweise ob es einen oder zwei Aufsteiger geben wird. Fakt ist, dass vier Verbandsligisten hochkommen. Ein Rechenbeispiel: Von oben rutschen Watzenborn-Steinberg und Offenbach in die Hessenliga, Stadtallendorf geht hoch (Dreieich will ja nicht), die vier Verbandsligisten stoßen hinzu – damit gäbe es fünf Absteiger, denn in der nächsten Saison besteht die Hessenliga wieder aus 17 Vereinen. Kurzum: Die Luft für Lohfelden wird dünner.

• Konstanz: Daran hapert es. Die fehlende Konstanz sei das größte Problem, sagt Schreiber: „Wir haben es nicht hinbekommen, mal eine Serie von vier, fünf Siegen zu starten“, schimpft der 32 Jahre alte Schlussmann. Angesichts der bescheidenen Leistungen zuletzt sitzt der Frust tief. „Fürs Schönreden ist es jetzt zu spät. Wir müssen die Kurve kriegen.“ Schreiber trägt seit fünf Jahren das Trikot des FSC, in dieser Zeit bewegte sich der Verein zweimal im unteren Tabellenbereich, aber so brenzlig wie in dieser Saison ist es noch nie gewesen. Der FSC muss nun zeigen, dass er Abstiegskampf kann.

• Körpersprache: Neben der Konstanz fehlt die Konsequenz, und zwar im Angriff. Es sei ja nicht so, dass sie sich keine Chancen erspielen, sagt Schreiber: „Aber wir machen die Dinger einfach nicht rein. Vielleicht denken wir zu viel nach.“ Der Keeper spricht vom Negativstrudel und vom fehlenden Selbstvertrauen – und das zeigt sich in der Körpersprache. Schreiber wurmt vor allem, dass sein Team nach dem überraschenden 2:0 in Lehnerz vor drei Wochen nicht nachgelegt hat. „Das war eigentlich der perfekte Hallo-Wach-Effekt. Doch statt danach selbstbewusst aufzutreten, agieren wir dann gegen Urberach viel zu ängstlich.“

• Aussprache: Nach dem 0:5 in Alzenau bat der Vorsitzende Willi Becker direkt am Sonntag zu einer Sondersitzung mit Trainer und Mannschaft. Das Ergebnis dieser Aussprache: „Wir ziehen das jetzt durch. Wir vertrauen dem Trainer, und wir vertrauen unseren Spielern, dass wir die Klasse halten“, sagt Becker.

• Programm: Der April könnte für Lohfelden zum Monat der Wahrheit werden. In den kommenden drei Begegnungen geht es gegen Kelsterbach, Ederbergland und Steinbach – also gegen Teams, die hinter dem FSC stehen. Punkte sind dringend nötig, denn das Programm im Mai hat es in sich. Neben dem Derby gegen Baunatal haben die Lohfeldener in Stadtallendorf, Frankfurt und Dreieich die Top-drei-Mannschaften vor der Brust. Wie gesagt: Die Luft wird dünner.

Von Robin Lipke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.