Fußball-Hessenliga: Vellmar verliert gegen Griesheim 1:3 und bleibt Abstiegskandidat

Sieger für 15 Minuten

Vellmarer Offensivkraft: Vellmars Enes Glogic (Mitte) setzt sich in dieser Szene gegen seinen Griesheimer Bewacher Markus Auer durch. Rechts im Bild der Vellmarer Marius Ehlert. Foto: Malmus

vellmar. Nach 15 Minuten hätte das Spiel durchaus beendet sein dürfen. Zu diesem Zeitpunkt führte der OSC Vellmar am Samstag in einem Nachholspiel der Fußball-Hessenliga nach einem schön herausgespielten Tor von Nasuf Zukorlic (4.) gegen den SV Viktoria Griesheim 1:0. Das es dabei nicht blieb, lag nicht nur daran, dass ein Fußballspiel bekannterweise deutlich länger als 15 Minuten dauert. Und es lag auch nicht daran, dass Griesheims herausragende Offensivkraft Serkan Firat mit einem lupenreinen Hattrick (18./26./36.) für den 3:1-Endstand aus Sicht der Gäste sorgte.

„15 Minuten lang war alles gut, aber dann schien es, als ob wir einen Hebel umgelegt hätten“, sagte Vellmars Torschütze Zukorlic nach der Partie frustriert. Damit hatte er Recht, denn nach der ersten Viertelstunde hatten die Gastgeber auf dem Vellmarer Kunstrasenplatz an der Brückenstraße ihre Defensivbemühungen weitestgehend eingestellt. Und genau das wurde zum entscheidenden Grund für eine Niederlage, die noch deutlich höher ausgefallen wäre, hätte nicht Vellmars Torhüter Tobias Orth mit starken Paraden Schlimmeres verhindert.

Vellmars Trainer Mario Deppe wurde daher nach dem Abpfiff auch recht deutlich: „Wir haben keinen Führungsspieler, und unser Defensiv- und Zweikampfverhalten ist ein Riesenproblem“, ärgerte sich Deppe, der zudem von der größten Enttäuschung in seiner neunjährigen Vellmarer Trainerkarriere sprach.

Damit bezog sich der 47-Jährige vor allem auf das Vellmarer Spiel nach der 15. Minute. Bis zum Pausenpfiff tauchten die Gastgeber da kaum noch einmal gefährlich im Griesheimer Strafraum auf. Stattdessen bekamen die 100 Zuschauer einige ungezielte Fernschüsse zu sehen, bei denen Griesheims Torwart René Blessing lediglich erstaunt in den Himmel über sich schauen musste, um den Ball zu verfolgen.

In der zweiten Spielhälfte war dem OSC zumindest das Bemühen wieder anzusehen. Die Gäste verlegten sich nun erfolgreich aufs Verwalten ihres Vorsprunges, während die Vellmarer recht ideenlos über die Mitte zum Anschlusstreffer zu kommen versuchten. Weil aber Enis Salkovic nicht die gewohnte Durchschlagskraft entwickelte, und auch Enes Glogic (86.) glücklos blieb und sich die Fehlpässe und Ballverluste nicht ausmerzen ließen, blieb der Halbzeitstand auch das Endergebnis. „Wir müssen jetzt in den verbleibenden 14 Spielen voll auf Abstiegskampf umschalten“, sagte Trainer Deppe abschließend. „Ab jetzt ist der Wille gefordert.“

Von Martin Scholz

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