Fünf Gründe, warum sich der Fußball-Hessenligist im freien Fall Richtung Abstiegszone befindet

OSC sucht den Weg aus der Krise

Wartet mit seinem Team noch immer auf den ersten Sieg im Jahr 2015: Vellmars Hessenliga-Trainer Mario Deppe. Foto: Fischer/nh

Vellmar. Zur Winterpause lagen sie mit 30 Punkten auf einem respektablen siebten Platz. Und jetzt? Haben die Fußballer des Hessenligisten OSC Vellmar nur zwei Zähler mehr auf dem Konto und sind auf den elften Rang abgerutscht. Trotz der 0:1-Derbyniederlage vom Ostermontag gegen den FSC Lohfelden ist Manager Thomas Kneuer aber weiterhin guten Mutes: „Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die Kurve kriegt. Wir besitzen auf jeden Fall die Qualität, um einen Platz im Mittelfeld zu erreichen.“ Doch warum befindet sich der OSC eigentlich auf Talfahrt? Folgende fünf Gründe haben zur Krise beigetragen:

1.Die Vizemeisterschaft als Bürde: So schön der Erfolg der Vellmarer in der vergangenen Serie war – dadurch lastete einiges mehr an Druck auf den Schultern der OSC-Fußballer. Auch wenn die Mannschaft dies nicht bewusst wahrnahm, spielte es in den Köpfen doch eine Rolle. Da das Team einige fest eingeplante Siege nicht einfahren konnte, lässt das Selbstvertrauen nach, und der Glaube in die eigene Stärke sinkt mit jedem Negativerlebnis.

2.Die schmerzhaften Verluste: Gegenüber der vergangenen Saison mussten die Vellmarer ihren Kader auch „aus finanziellen Gründen“ (Kneuer) etwas verkleinern. Statt 22 Akteuren hat Trainer Mario Deppe mittlerweile nur noch 20 Spieler zur Verfügung. Und zwei Defensivleute fehlen dem OSC ganz besonders: Marius Ehlert (Studium) und Pavo Susilovic (zum CSC 03 Kassel) waren im Vorjahr wichtige Stützen, wobei Ehlert auch eine echte Führungspersönlichkeit darstellte.

3.Die Spielweise: Sicher lässt der Sportplatz am Schwimmbad derzeit nicht die filigransten Kombinationen zu, aber die fast ausnahmslos langen und hohen Bälle im Derby gegen Lohfelden waren auch zu einfallslos. Kurios ist, dass sich die Vellmarer zweifelsohne richtig gute Chancen erarbeiten, die aber reihenweise liegen gelassen werden. Damit wäre man dann bei Grund Nummer vier, der sich negativ auf den Saisonverlauf des OSC auswirkt:

4.Die Torflaute: Bei aller Enttäuschung über weniger personelle Alternativen – die Angreifer des OSC schießen einfach zu wenig Tore. Trafen Dominik Lohne (19) und Pascal Kemper (15) in der vergangenen Saison insgesamt 34-mal, bringen sie es aktuell nur auf 13 Treffer. Auch deshalb gab es 2015 noch keinen einzigen Sieg.

5.Die Misere der Reserve: Abgeschlagen mit neun Punkten ziert die zweite Mannschaft des OSC das Tabellenende der Verbandsliga. Konnte das Hessenliga-Team in der Vergangenheit schon mal auf Unterstützung aus dem Unterbau hoffen, so kann Trainer Mario Deppe jetzt kaum auf Spieler aus der Reserve zurückgreifen, denen das Selbstbewusstsein angesichts einer langen Negativserie abhandengekommen ist.

Von Björn Mahr und Torsten Kohlhaase

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.