27-Jähriger eckte öfters an

Ex-KSV-Fußballer Toni Bravo Sanchez trägt sein Herz auf der Zunge

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Spielt kommende Saison in Lehnerz: Antonio Bravo Sanchez.

Kassel. Fußballer Antonio Bravo Sanchez sagt, was er denkt. Damit ist er schon öfter angeeckt. Nun sucht er sein Glück bei Hessenligist TSV Lehnerz.

Es gibt nicht viele, die so viel Gefühl im linken Fuß haben wie er. An guten Tagen sprüht er vor Spielwitz. Dann macht er schon mal geniale Dinge. Für Typen wie Antonio Bravo Sanchez existiert der Begriff Instinktfußballer. Aber: Der Toni, wie er von allen genannt wird, trägt sein Herz auf der Zunge. „Ich bin impulsiv, immer ehrlich und sage laut, was ich denke“, sagt der 27-Jährige über sich selbst. Mit dieser Ehrlichkeit ist der offensive Mittelfeldspieler nicht selten angeeckt. Zuletzt führten Unstimmigkeiten zur Trennung von Hessenligist KSV Baunatal.

Als Zuschauer muss Bravo Sanchez die am kommenden Wochenende beginnende Saison aber nicht erleben. Der gebürtige Kasseler mit spanischen Wurzeln hat einen neuen Verein gefunden - den TSV Lehnerz. „Ich wollte unbedingt weiter Hessenliga spielen“, sagt er. Was konkret in Baunatal vorgefallen war, darüber möchte der Linksfuß nicht sprechen. Ihm sei egal, was die Leute erzählen. Das Thema sei abgehakt. Er sagt: „Ich hatte gute Jahre dort und habe dem Verein viel zu verdanken.“ Am Ende habe es einfach nicht mehr gepasst.

Jetzt sei alles wieder gut, versichert Bravo Sanchez. Weil er viel Zeit bei seiner Freundin Lisa in Wabern verbringt, benötigt er nur 45 Minuten, um ins osthessische Lehnerz zum Training zu fahren. „Sie unterstützt mich bei allem.“ Zudem hat er seine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik abgeschlossen, die Aussichten auf einen Job sind nicht so schlecht. Es läuft.

Vielleicht ist er jetzt ja auch fußballerisch angekommen. Ob in Baunatal, beim KSV Hessen, BC Sport, in Lohfelden oder Schwalmstadt - bei keinem Verein hielt es ihn länger als zwei Jahre. Oder die Klubs hielten es nicht mehr mit ihm aus. Selbstkritisch sagt Bravo Sanchez, dass er sich im Nachhinein schon ärgere, „dass ich manchmal nicht einfach meine Klappe gehalten habe“.

Dabei denkt er zuallererst an seine Zeit bei den Löwen in der Saison 2008/09. Er habe die Chance bekommen, Regionalliga zu spielen. In diesem Zusammenhang spricht er von Dummheiten, die er damals als 19-Jähriger begangen habe. „Wenn ich Scheiße baue, gebe ich das auch zu.“ Ins Detail möchte er heute nicht mehr gehen und die ollen Kamellen lieber ruhen lassen. Zu seiner Karriere beim KSV Hessen und einer möglichen Laufbahn in höheren Ligen sagt er nur so viel: „Es sollte halt nicht sein.“

Dabei zählt Bravo Sanchez ohne Zweifel zu den begnadetsten Spielern des Fußballbezirks. In der Jugend hätte er zu anderen, höherklassigen Teams wechseln können, erzählt der Edeltechniker. Aber er wollte lieber bei Familie und Freunden in Nordhessen bleiben. Den Traum vom größeren Fußball hat er noch nicht aufgegeben. Und es gibt den Wunsch, mit seinem jüngeren Bruder Adrian (23), der beim KSV Hessen kickt, noch einmal in einer Mannschaft aufzulaufen.

Viel zu klagen hat Antonio Bravo Sanchez derzeit aber nicht. Er fühle sich wohl. „Und ich werde immer ehrlich meine Meinung sagen.“ Alles andere wäre auch nicht der Toni.

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