Fußball-Hessenliga: Abstiegsbedrohter OSC Vellmar kommt zum 2:1-Erfolg gegen favorisierte Lohfeldener

Über den Kampf zum Derby-Sieg

Geballte Freude: Die Vellmarer Spieler freuen sich mit Marius Ehlert (Nr. 6) über dessen Tor zur 1:0-Führung. Foto: Koch

Vellmar. „Der Ball ist rund.“ Dies ist wahrscheinlich die banalste der vielen Fußballweisheiten. Eine andere heißt: „Über den Kampf zum Spiel finden.“ Am Samstag im Nordhessenderby der Fußball-Hessenliga zwischen dem OSC Vellmar und dem FSC Lohfelden konnten sich nur die OSC-Spieler an die zweite Weisheit erinnern. Weil die Lohfeldener Mannschaft nicht gekämpft hat, ist sie nie ins Spiel gekommen und hat das Derby folgerichtig mit 1:2 (1:1) verloren.

Entsprechend enttäuscht war Otmar Velte. „Vellmar war kämpferisch viel besser und hat verdient gewonnen“, sagte Lohfeldens Trainer. Da wollte der Vellmarer Coach nicht widersprechen. „Wir waren zweikampfstark, hochkonzentriert und haben hart gearbeitet“, sagte Mario Deppe.

Dessen Mannschaft hatte über den Kampf zum Spiel gefunden und einige nennenswerte Torchancen kreiert. Eine dieser Gelegenheiten nutzte Marius Ehlert in der 13. Minute per Kopf zur Vellmarer 1:0-Führung. Lohfeldens Abwehr hatte sich von Christian Wollenhaupts weitem Einwurf überraschen lassen. So, als hätte sich noch nicht bis Lohfelden herumgesprochen, dass Wollenhaupt weit werfen kann.

Die beste Eigenschaft der Gäste war am Samstag ihre Effektivität, denn Serdar Bayrak machte in der 38. Minute aus der ersten Lohfeldener Torchance den Treffer zum 1:1. Dass es dennoch zum verdienten OSC-Sieg kam, lag an Mounir Boukhoutta, der in der 61. Minute einen Elfmeter cool, frech und selbstbewusst in bester Panenka-Manier zum 2:1-Endstand verwandelte.

Die größte Überraschung aber war, dass der OSC nicht nur die bessere Mannschaft, sondern zudem noch die auffälligeren Einzelspieler stellte. Sebastian Busch ist kein Supertechniker, auch kein Sprinter und schon gar kein Torjäger. Aber Busch ist ein Stratege und ein leidenschaftlicher Kämpfer, der vorangeht.

Als Stratege ist er unerreicht, andere positive Eigenschaften teilt Sebastian Busch vor allem mit Moritz Meuser und Marius Ehlert.

Und der FSC? Christian Käthner hat früher beim KSV Baunatal nur selten so unauffällig gespielt wie am Samstag im FSC-Trikot. Das Gleiche gilt für Jaroslaw Matys.

Derbysiege sind schön, aber sie bringen auch nur drei Punkte. Was sich für die Vellmarer im Abstiegskampf jedoch vermutlich noch auszahlen wird, ist das Selbstvertrauen, das sie sich am Samstag mit dem Sieg über die favorisierten Lohfeldener geholt haben. Fest steht dagegen, dass der OSC mittlerweile den Anschluss an die Mannschaften erreicht hat, die in der Hessenliga in den Kampf gegen den Abstieg verwickelt sind.

Trainer Mario Deppe glaubt zu wissen, wie es vielleicht doch noch klappt mit dem Klassenerhalt. Sein Credo: Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Von Gerd Brehm

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