Der 4:2-Sieg gegen Oberrad bringt den Klassenerhalt in der Fußball-Hessenliga

OSC Vellmar bleibt in Hessenliga 

Abgehoben: Vellmars Mittelstürmer Enis Salkovic (links) im Zweikampf mit George Worcester von der Spvgg Oberrad. Foto: Fischer

Vellmar. Jubelstürme gab es nicht nach dem 4:2 (0:2)-Sieg des OSC Vellmar über die SpVgg 05 Oberrad, obwohl feststeht, dass der OSC auch in der kommenden Saison in der Fußball-Hessenliga antreten darf.

Viele Spieler hatten noch nichts von der Alzenauer Niederlage in Wiesbaden erfahren. Einige trauten der Neuigkeit nicht, dass höchstens drei Mannschaften aus der Hessenliga absteigen müssen. Und manche hatten schlicht und einfach keine Kraft mehr.

Der Spielverlauf gegen Oberrad spiegelt die gesamte Saison wider und hat gezeigt, warum es der OSC zwar schwer hatte, letztlich jedoch erfolgreich war. Nach vielen gelungenen Auftritten reichte die schwache Leistung bei der 0:2-Niederlage in Baunatal, um die Mannschaft total zu verunsichern.

So kam es, dass 250 Zuschauer auf dem Sportplatz am Schwimmbad eine fürchterliche erste Halbzeit sahen, in der die Vellmarer ihrem Gegner zwei Tore schenkten, ohne selbst gefährlich vor dem gegnerischen Kasten aufzutauchen.

Aber was passierte in der Halbzeit? Zunächst ordnete Trainer Mario Deppe eine Auswechslung an, die gleichzeitig eine taktische Umstellung war. Für den eher defensiv orientierten Sebastian Busch kam Stürmer Roger Garcia Hortigosa und brachte den Schwung des ausgeruhten Jokers mit. In der Kabine wurde aber auch klar, dass das Selbstbewusstsein der OSC-Akteure noch nicht aufgebraucht war. „Wir haben noch an uns geglaubt“, sagt Linksverteidiger Moritz Meuser.

Und dann begann die Phase, in der Deppe seine „alte Mannschaft“ erkannte. Begünstigt durch Springers frühen Anschlusstreffer spielte in den zweiten 45 Minuten der Partie nur noch der OSC, und weitere Treffer waren lediglich eine Frage der Zeit. Sie fielen durch Sebastian Wagener, der damit seinen Patzer beim Eigentor in der 15. Minute ausglich, Garcia Hortigosa und Enis Salkovic.

Der Klassenerhalt ist der verdiente Lohn für die Vellmarer Fähigkeiten, vielen Widrigkeiten zu trotzen. Der Klub hat es immer wieder schwer, Spieler zu halten, die es aus finanziellen oder anderen Motiven aus Vellmar wegzieht. Kommt dann noch - wie in dieser Saison - außergewöhnlich großes Verletzungspech hinzu, kann die Konkurrenzfähigkeit in der Hessenliga nur mit immensen Kraftakten erhalten werden.

Am Samstag gegen Oberrad fehlte Buki Zukorlic wegen eines Zehenbruchs. Aber der Außenstürmer wäre wohl lieber mit Schmerzen über den Platz gelaufen, statt tatenlos an der Seitenlinie zu verharren.

„Ich dachte, ich bekäme einen Herzinfarkt“, sagt Zukorlic, dessen Anspannung nachließ, nachdem Deppe die notwendigen Umstellungen vorgenommen hatte.

Von Gerd Brehm

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