Fußball-Hessenligist Lohfelden unterliegt Alzenau nach mitreißender Partie 2:4

Viel Spannung, kein Happyend

Schoss das zwischenzeitliche 1:2: Lohfeldens Okan Gül (links, hier gegen Alzenaus Dominique Jourdan). Foto: Malmus

lohfelden. Sechs Tore, ein Platzverweis, ein verschossener Foulelfmeter – das Heimspiel der Fußballer des FSC Lohfelden gegen den FC Bayern Alzenau hatte so einen hohen Unterhaltungswert, dass die Beteiligten danach regelrecht ins Schwärmen gerieten. „Das war ein sensationelles Hessenligaspiel“, sagte FSC-Torwart Tobias Orth. Und Alzenaus Coach Angelo Barletta, der als früherer Zweitliga-Profi des FSV Frankfurt schon schon viele Begegnungen hautnah erlebte, kommentierte treffend: „Sehr gutes Spiel, sehr niveauvoll.“

Der Blick in ihre Gesichter verriet aber, dass nur eine Seite zufrieden war – und das war nicht die der Lohfeldener. Denn nach einem spannenden Duell verlor der FSC 2:4 (0:2) gegen die Bayern. Es war die erste Niederlage der Nordhessen im dritten Punktspiel. Der Blick auf einen kurzweiligen Nachmittag im Nordhessenstadion.

Der Rückkehrer

Die erste Überraschung des Tages gab es bereits, als die Partie noch gar nicht begonnen hatte. Serdar Bayrak stand wieder im Aufgebot. Der 31 Jahre alte Torjäger hatte den Klub im Juni verlassen. Doch der schnelle Angreifer wurde bei der Suche nach einem neuen Verein nicht fündig. So nahm er in der vergangenen Woche das Training im Nordhessenstadion wieder auf und wurde von Coach Otmar Velte in den Kader für das Alzenau-Spiel berufen. Nach seiner Einwechselung – so viel schon mal vorweg – wurde er ein wichtiger Faktor im Spiel der Platzherren.

Das Wiedersehen

Schon Ende Juli standen sich die beiden Teams gegenüber: Das Hinspiel in Alzenau ging 0:0 aus. Beim Wiedersehen drei Wochen später fielen bis zur Pause bereits zwei Treffer: Lohfelden leistete sich zwei individuelle Fehler, und der Gast nahm die Geschenke an. Zweimal war der pfeilschnelle Anthony Wade (17., 45.) erfolgreich. In einer tempogeladenen Begegnung, in der beide Mannschaften stets um spielerische Linie bemüht waren, zeigte sich der FCB kompakter. Bei der Heimelf traten einige Lücken auf. Es dauerte, bis das Velte-Team den Kampf richtig annahm. Ein abgefälschter Ball von Okan Gül (31.) war die einzige echte Chance des FSC im ersten Abschnitt.

Der Weckruf

Es war nicht wirklich ein Rufen, sondern eher ein Klatschen. In dem Augenblick, als Velte Bayrak bringen wollte, bekamen die Bayern einen Elfmeter zugesprochen: Maurice Fiolka hatte Can Özer im Strafraum zu Fall gebracht. Doch der Gefoulte scheiterte an Orth. „Die Szene hatte Signalwirkung“, befand Velte. Es ging ein Ruck durch die FSC-Truppe. Tolga Ulusoy, der ein unglaubliches Laufpensum abspulte, war jetzt praktisch überall zu finden.

Die Aufholjagd

Gül nahm einen Pass von der rechten Außenbahn – von der Bayrak-Seite – direkt und verkürzte auf 1:2 (62.). 180 Sekunden später: Langer Ball auf den gerade erst eingewechselten Hüseyin Cakmak, und der Neuzugang traf mit dem ersten Ballkontakt per Dropkick (65.). Die 200 Zuschauer auf der Tribüne sind begeistert. „Wir haben gezeigt, dass wir eine tolle Moral haben“, erklärte Orth. Und sein Trainer fügte hinzu: „Das Momentum sprach für uns.“

Aber der bereits verwarnte Lohfeldener Lukas Iksal handelte sich wegen Reklamierens die Ampelkarte ein (67.). In Überzahl fand Alzenau in die Partie zurück. Zwar war Orth bei einigen Vorstößen der Gäste zur Stelle, bei Özers 3:2 (76.) und dem abgefälschten Schuss von Rico Kaiser (85.) war er jedoch machtlos. Bitter: In der 81. Minute hatte Jannik Weingarten noch die Großchance zum möglichen 3:3 vergeben – in einem wahrhaft mitreißenden Duell.

Von Björn Mahr

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