„Es ist vieles hochgekocht“

Interview: Rethemeier über seine Aufgabe als Abteilungsleiter beim OSC Vellmar

+
Er packt es an: Rainer Rethemeier will die Fußballer des OSC Vellmar als neuer Abteilungsleiter wieder auf Kurs bringen. Seine Tätigkeit als Trainer der zweiten Mannschaft führt er fort.

Vellmar. Die erste Mannschaft auf einem Hessenliga-Abstiegsrang, die zweite im Sommer abgestiegen, die Junioren nur noch mit der U 15 in der Hessenliga und persönliche Querelen im Umfeld – die Fußballer des OSC Vellmar erlebten schon bessere Zeiten.

Nun übernahm Rainer Rethemeier die Abteilungsleitung. Vor dem Heimspiel gegen Watzenborn/Steinberg (Samstag, 16 Uhr, Am Schwimmbad) sprachen wir mit ihm über das neue Amt.

Herr Rethemeier, welchem Anforderungsprofil muss der Fußball-Abteilungsleiter des OSC Vellmar entsprechen? 

Rainer Rethemeier: Das müssen sie diejenigen fragen, die mich angesprochen haben. Sie haben es nicht näher definiert.

Haben Sie das Amt angestrebt, oder lief irgendwann einfach alles auf Sie hinaus? 

Rethemeier: Keiner wollte da so richtig an den Posten ran. Ich selbst hatte mich schon seit einiger Zeit damit vertraut gemacht, das Amt vielleicht zu übernehmen. Ich hoffe, dem Verein so in einer schwierigen Situation zu helfen und dem Fußball etwas zurückgeben zu können.

Worin sehen Sie Ihre vordringliche Aufgabe?

Rethemeier: In der Fußballabteilung ist in den letzten Monaten vieles hochgekocht. Es gab Auseinandersetzungen auch auf persönlicher Ebene. Meine Aufgabe ist es, die Gemüter zu beruhigen und zur Normalität zurückzufinden. Dazu werde ich viele Gespräche führen. Auch um herauszufinden, wer für eine weitere Mitarbeit zur Verfügung steht. Auf das Fachwissen und die Erfahrungen vieler Leute können wir nicht verzichten.

Und im sportlichen Bereich? 

Rethemeier: Vorrangiges Ziel ist es natürlich, die Seniorenmannschaften auf Kurs zu bringen. Und im Jugendbereich wollen wir wieder da hin, wo wir vor wenigen Jahren noch waren.

Sehen Sie sich eher als Moderator oder als Macher? 

Rethemeier: Zuerst einmal will ich mich selbst nicht so wichtig nehmen und meine Arbeit nicht so hochhängen. Andererseits scheue ich mich auch nicht, Dinge beim Namen zu nennen und zu agieren. Zurücklehnen werde ich mich nicht.

Bleibt der OSC mit Abteilungsleiter Rethemeier der Gleiche oder gibt es größere Kurskorrekturen? 

Rethemeier: Es war ja nicht schlecht, was der Klub über Jahrzehnte geleistet hat. Sportlich gehen wir also keinen anderen Weg. Änderungen wird es im Führungsstil geben. Die Aufgabe sollen auf viele Schultern verteilt werden. Ich ziehe nichts auf Teufel-komm-raus durch.

Sie haben Familie, stehen im Berufsleben und trainieren die zweite Mannschaft. Reicht die Zeit da noch für eine weitere Tätigkeit? 

Rethemeier: Der Beruf hat natürlich Vorrang. Aber ich kann meine Zeit ganz gut organisieren und Arbeit abgeben. Und der Vorteil ist, wenn man den Hut aufhat, dass man die Termine selbst bestimmen kann.

Eine provokante Frage: Als Trainer der Zweiten standen Sie in der Klub-Hierarchie womöglich hinter Mario Deppe, dem Trainer der Ersten. Als Abteilungsleiter sind sie nun so etwas wie sein Vorgesetzter. Geht das gut? 

Rethemeier: Diese Hierarchie hat es nie gegeben. Wir sind gut befreundet, auch wenn wir sportlich oft nicht einer Meinung sind. Aber wir haben uns immer bestens ergänzt.

Was soll man ihnen nachsagen, wenn Sie eines hoffentlich fernen Tages aus dem Amt scheiden? 

Rethemeier: Das ist mir egal. Ich will die Arbeit so gut es geht im Sinne des OSC erledigen. Meine Entscheidungen müssen nicht immer populär sein. Aber eine schlechte Entscheidung zu treffen ist oft besser als gar keine. Na ja, wenn man sagt, er hat’s ordentlich gemacht, dann reicht mir das. Ein Denkmal braucht mir keiner zu setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.